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#14 Besessen von Liebe – der Fall Abe Sada

Shownotes

Diese Folge ist schon 4 Wochen früher im kostenlosen Bereich der Podimo App erschienen. Wenn du die neueste Episode immer sofort hören möchtest, gehe auf https://podimo.de/friendsincrime_podcast

Die Welt der Geishas unterliegt strengen Regeln und unterdrückten Begierden. Im Zentrum dieses Falles steht eine Affäre, die so obsessiv und hemmungslos ist, dass sie in einem Akt endet, der ganz Japan erschüttert und gleichzeitig fasziniert. In dieser Folge entführt euch Basti in das Tokio der 1930er Jahre. Ein Liebespaar schließt sich neun Tage lang in einem Hotelzimmer ein, um sich in einem Rausch aus Sex und Sake zu verlieren. Doch als die Tür sich wieder öffnet, kommt nur die Frau heraus. Sie ist allein, unheimlich ruhig und hat ein grausames Souvenir bei sich. Was treibt eine Frau dazu, die Grenzen zwischen Liebe und Wahnsinn so radikal zu sprengen, dass sie von einer Mörderin zur tragischen Volksheldin wird?

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Friends in Crime geht in eine kurze Winterpause und erscheint dann bald wieder alle 14 Tage freitags wie immer zuerst bei Podimo.

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Transkript anzeigen

00:00:20: Hallo Sandra!

00:00:22: Hallo Basti!

00:00:24: Willkommen zurück zu einer neuen Folge Friends and Crime.

00:00:26: Ich und mein Herbst sind heute hier, ich habe ihn extra nicht weggeschminkt.

00:00:29: Wir sind heute zu dritt, ja.

00:00:30: Ich glaube, ich habe

00:00:30: keinen Herbst, das ist nur ein Pickel.

00:00:32: Aber es ist trotzdem für die Leute der Videofolge, heute lohnt sich es auch mal.

00:00:35: Wir haben ja bestimmt Leute mit special interest sexuellen Interessen, die sagen da, Bieldorfer, Herbst, das wäre schon was, was ich mir gut vorstellen kann.

00:00:42: Ich finde es reicht einfach, wenn man schadenfroh ist und dich mit dem Herbst sieht.

00:00:45: Man muss gar keinen special interest haben.

00:00:46: Ich hatte

00:00:46: in meinem Leben noch nie Herbst.

00:00:48: Wo soll der jetzt mit einviert sich herkommen?

00:00:49: Das wäre auch schlecht.

00:00:50: Also, die Unterlippe ist auch ein bisschen dicker.

00:00:52: Ich glaube, es ist eher Kiara-Oh-Hofen.

00:00:55: Es

00:00:57: sind die Haare.

00:00:57: Ich sehe einfach ein bisschen anders aus für den Haar.

00:00:59: Ja, der Basti.

00:01:00: Das wäre geil.

00:01:01: Also, da hätte ich Bock drauf zu beobachten, wie du in so ein Beauty-OP und Aufspritztunnel so approached.

00:01:08: So glöcklermäßig, dass man dann irgendwann gar nichts mehr machen kann.

00:01:12: Also, jetzt vorne weg.

00:01:12: Ich habe da überhaupt kein Problem mit, wenn jemand ... Egal welche kosmetischen Prozeduren oder PS durchführen lässt, soll jeder bitte machen, wie er will.

00:01:20: Aber ich würde es gerne bei dir so beobachten, wie es so komplett eskaliert.

00:01:24: Erst Botox überall, dann kommen so ein paar Filler, dann werden die Lippen gemacht, dann vielleicht mal eine neue Nase.

00:01:30: Eine neue Nase.

00:01:30: Eine

00:01:31: neue Jawline, dann kommt ein...

00:01:33: Aber meine Jawline kann man ja gar nicht sehen, ich bin ja auf verschiedenen... Ich habe letztens ein Bild, ich kenne diese ganzen Kardashians nicht, aber die eine, es gibt die eine, von der mir ein sehr bekannter Fußballer mal erzählt hat, das ist eine abs... zu Traumfreus.

00:01:46: Clamidiakadeschen.

00:01:48: Jenna auch.

00:01:48: Wie heißt die andere?

00:01:49: Also Jenna.

00:01:50: Kendall

00:01:51: Jenner.

00:01:51: Genau.

00:01:52: Und es gibt vorher und nachher Fotos von Kendall Jenner, wo es wirklich, also dass das überhaupt möglich ist, einen Menschen so zu verändern, dass nicht mal irgendein, du kannst nicht mal mehr die Augen erkennen.

00:02:04: Das ist krass.

00:02:05: Ich habe immer gedacht, dass man zumindest hier nicht viel ändern kann.

00:02:07: Der Rest vielleicht.

00:02:08: Doch.

00:02:08: Aber nicht mal die Augen sind echt.

00:02:10: Also diese Frau ist komplett gebaut.

00:02:13: Aber ist das nicht?

00:02:14: Das muss doch auch krass sein, wenn du so massiv verändert bist und du hast ja ein inneres Selbstbild von wem, wer du bist.

00:02:21: Guck's den Spiegel.

00:02:22: Guck's den Spiegel, dann guck dich irgendwie komplett fremdes an.

00:02:24: Das ist so, als wär's verkleidet, dein ganzes Leben lang an Karneval.

00:02:28: Und da möchte ich, dass du da hinkommst.

00:02:29: Ich wär auf dem Weg drin.

00:02:30: Ich

00:02:30: möchte dich nicht mehr erkennen, ich möchte, dass du da sitzt und ich denke, oh, wer ist er denn?

00:02:34: Also, ich würde... Ich habe überlegt, ob mir gerade irgendeine Art von plastischer Chirurgie einfällt, die ich an mir durchführen lassen würde, also überhaupt.

00:02:43: Das einzige,

00:02:44: das wäre eine Theorie, das einzige, was ich machen würde, wäre Hüfte absaugen, einfach weil das

00:02:49: nie weggeht.

00:02:49: Fett absaugen würde ich theoretisch machen.

00:02:52: Aber bin ich auch wieder zu faul für.

00:02:54: Ich

00:02:54: fress mir das mit Matt Crispy in sechs Wochen wieder rein.

00:02:56: Das kann ich aber auch.

00:02:57: mit so einem Glas Strohhalm und einem Dyson kann ich das auch machen bei dir.

00:03:01: Trau ich

00:03:01: mir zu.

00:03:02: Und dann auch Augenlaser mit zwei Laser-Pointen von Temu.

00:03:07: Also, wo wir gerade so romantisch eingeschrien.

00:03:09: Kein

00:03:09: OP ist für dich, aber ein neuer Fall.

00:03:10: In der heutigen Folge geht es um Liebe.

00:03:13: Warst du schon mal so richtig dolle, dolle, dolle verliebt?

00:03:17: Nein,

00:03:17: nein, nein.

00:03:18: Ich hab' ich noch nicht geschafft im Leben.

00:03:19: Ja, natürlich.

00:03:20: Er war ich schon mal richtig doll von jeder Bar.

00:03:21: Wann war

00:03:21: das allererst mal?

00:03:22: mit vierzehn, fünfzehn, sechszehn?

00:03:24: E-Läufe von Court in the Egg.

00:03:26: Da ist jetzt eine wichtige Frage, wer Kinderfotos von mir kennt oder Jugendfotos.

00:03:30: Ich sah ja ein bisschen aus wie Michael von Gerben.

00:03:33: Ich weiß nicht, wer das ist.

00:03:34: Das ist der Datspieler mit der Glatze.

00:03:37: Ich kenne nur einen, die sind dicken mit dem Iro.

00:03:40: Wir sind hier am Videoportkast.

00:03:43: Wir blenden euch das jetzt hier einfach ein, das Foto.

00:03:45: Ich hab das Vergleichsbild.

00:03:46: Ich und Michael von Räben nehmen, du wirst den Unterschied nicht erkennen.

00:03:49: Können dir jetzt gerne, wenn ihr auf Podimo uns hört, mal reingucken.

00:03:53: Wir posten's auch einfach, sagen wir jetzt auch, auf unserer Seite, denn da gibt's ja auch immer Zusatzcontent auf Instagram, Friends in Crime-Unterstrich-Official.

00:03:59: Könnt ihr euch selber mal ein Bild machen.

00:04:00: Und deswegen, wenn meine erste Frage heißt, das erste Mal verliebt sei ... dass das erwidert wird oder dass man nur selber war.

00:04:06: Das hat lange gedauert, das ging in die Dreißigereien.

00:04:11: Aber

00:04:11: mit acht, aber davor warst du auch so richtig verknallt.

00:04:13: Ja, da war ich verknallt in Kevin von den Backstreet Boys und in Aragorn.

00:04:18: Aber jetzt so, ne?

00:04:21: Kevin, ist das nicht der langweilige gewesen, der mit der Jawline?

00:04:24: Nee, das ist der alte gewesen.

00:04:26: Der

00:04:26: alte, der mit dem Schnurrbart.

00:04:27: Der alte, der Ränder.

00:04:28: Ich war der Vierzeiter bei der Vierunddreißig.

00:04:30: Und es war Sommer, wie schön.

00:04:32: Ich war auch, wie jeder mal, verliebt.

00:04:34: In der heutigen Folge geht es aber eher um passionierte, pervertierte Liebe.

00:04:38: Also um Liebe, die jetzt ... na ja, ich mein, wir sind Friends and Crime.

00:04:42: Das wird jetzt nicht zwei Stunden lang um eine romantische Liebesgeschichte gehen.

00:04:45: Doch,

00:04:45: Hera Lind jetzt hier.

00:04:47: Charlotte Link, eine Liebe am ... Krustenbauer felsen.

00:04:51: Genau, wir sind im Tokio des Jahres neunzehnundundundundundundundundundundneißig.

00:04:56: Japan.

00:04:57: Wir sind aber nicht in dem Tokio, dass ihr jetzt in eurem Kopf habt, wenn ihr jetzt gerade daran denkt.

00:05:02: Neon, Schilder, schwach beleuchtete Gassen, alles technologisiert.

00:05:07: Tempel, Hochhäuser.

00:05:08: Tempel, Hochhäuser, ja Tempel schon, Hochhäuser wenig.

00:05:11: Wir sprechen halt von einem sehr traditionellen, ursprünglichen Japan, ganz kurz vorm Weltkrieg, thirty-six kurz, bevor Japan den Weltkrieg eingestiegen ist oder bevor der Weltkrieg überhaupt startete.

00:05:22: Und wenige Monate zuvor ist die Regierung von dem Militärputsch gestürzt worden und es ist eine Zeit des Umbruchs in Japan, die auch überall zu spüren ist.

00:05:32: Trotzdem immer noch, auch bis zum heutigen, stand ein sehr traditionsbewusstes Land und neunzeitzechsunddreißig noch mehr.

00:05:42: Wir starten damit, dass ein Mann und eine Frau in ein unscheinbares Teehaus einchecken im Stadtteil Arakawa und Teehaus ist jetzt nicht das, was ihr euch zu Hause vielleicht vorstellt.

00:05:56: Ein Teehaus ist nicht nur eine Bar oder ein Ort, an dem man Tee konsumiert, sondern es ist im weitesten Sinne der Vorläufer der heutigen Liebeshotels.

00:06:05: Also, wo man sich entweder mit bezahlter Liebe versorgen lässt, also mit einer Prostituierten trifft oder wo Pärchen, die nicht zusammen sein dürfen, aufgrund von gesellschaftlichen Standards oder was auch immer sich zu Intimhandlungen verabreden.

00:06:18: So was haben wir.

00:06:19: in Deutschland eher weniger.

00:06:21: Strip

00:06:21: Club ist das

00:06:22: bei uns.

00:06:22: Strip Club.

00:06:23: Nee, aber wir haben ja weniger, Marc ist auch geben, aber wir haben weniger traditionelle Rollenverteilen und traditionelle gesellschaftliche Muster, nach denen es läuft in Japan.

00:06:34: Da läuft noch sehr viel über Klassen, über familiäre Herkunft und über auch die Meinung der Eltern.

00:06:40: Das ist ja was, was uns beiden zugleich.

00:06:42: Meine Eltern haben sich nie in Scheißdreck dafür interessiert, mit wem ich da angekommen bin.

00:06:45: Das war bei uns mal wie bei Loryo.

00:06:47: Ich bin immer mit einer neuen Freundin durch die Tür gekommen.

00:06:50: Dann war die auf einmal Gothic und hatte so geschminktes Räden.

00:06:53: Und mein Vater saß da mit seinem Spiegel und guckte dort und sagt,

00:06:56: hallo, ich bin die Amanda.

00:06:58: Und er so, hallo Amanda.

00:06:59: Und wir wussten so, wir werden uns nie wiedersehen.

00:07:01: Das wird nicht ausreichen.

00:07:02: Wie basti die Frauen früher?

00:07:04: Also Wahnsinn.

00:07:05: Und fast beim Busladungsweise.

00:07:06: Verschleiß.

00:07:07: Nein, aber natürlich gab es einige junge Damen, die ich zumindest kurzfristig mal versucht habe zu daten.

00:07:14: Und das glaube ich eben nicht.

00:07:16: Eine,

00:07:17: meine Cousine.

00:07:18: Wir stellen euch auch ein

00:07:20: Jugendfoto von Basti noch mal auf.

00:07:22: Und dann entscheidet ihr selber, ob ihr diese Geschichte mit den, ja, da hatte ich ganz viele Freundinnen, ob ihr die glaubt.

00:07:28: Ich hatte

00:07:28: den klassischen Glorab in meinen dreißigen Jahren, das endet jetzt mit dem Herpes, weißt du.

00:07:32: Der Herpes ist zack, und jetzt ist es vorbei.

00:07:36: Also das Pärchen, das ich dort trifft in diesem Liebeshotel, ist zum einen eine ehemalige Gescha, die heißt Abisada.

00:07:43: wird aber von ihrem Umfeld nur Sada genannt.

00:07:46: Im japanischen ist es so, dass der Vorname als Zweites steht, das heißt jetzt eigentlich Sade Abe.

00:07:52: Und der Mann, der sich dort mit dir trifft, ist ihr Liebhaber, ein verheirateter Familienvater und ein Besitzer eines Restaurants, in dem zufällig Abe Sada auch arbeitet.

00:08:03: Und jetzt wird es ein bisschen dörter, also für die Leute zu Hause, die sich schon mal ein warmes Bad einlassen wollen.

00:08:08: Die können das jetzt machen, weil die beiden schließen sich für Tage in diesem Liebeshotel ein und es startet das, was im Nachhinein als Liebesmarathon beschrieben wurde.

00:08:17: Also sie haben wohl... Insgesamt neun Tage lang dort Sex.

00:08:21: Ja, es ist schon erstaunlich.

00:08:23: Bei acht Tagen bin ich nie hinausgekommen, muss ich sagen.

00:08:26: Aber neun Tage, das ist schon eine Leistung.

00:08:29: Neun Tage und sie verlassen das Zimmer auch nicht, schlafen kaum.

00:08:32: Und jedes Mal, wenn Zofen oder Bedienstete des Hauses irgendwie reinkommen, liegen sie wohl eng umschlucken auf dem Boden und haben Sex.

00:08:40: Also das ist schon ... Es ist schon ein bisschen orgastisch, was da abläuft.

00:08:44: Aber da willst du auch nicht in so ein Zimmer kommen, wenn die da neun Tage lang ...

00:08:48: Am Nageln sind.

00:08:49: Ich fand's auch irritierend.

00:08:51: Also da musst du ja mal lüften, also nee.

00:08:54: Da

00:08:54: bin ich Deutsch.

00:08:55: Stoßlüften.

00:08:57: Das war das Erste, dass ich meiner Frau beigebracht habe, dass wir in Deutschland lüften müssen.

00:09:00: Das macht man in Kolumbien

00:09:01: nicht.

00:09:01: Die haben

00:09:02: teilweise keine Fenster im Haus.

00:09:05: Die Eltern meiner Frau besitzen in Kolumbien so ein Penthouse im achten Stock.

00:09:11: Und das hat teilweise in Räumen keine Fenster, sondern nur so Gitter.

00:09:15: Also Gitter oder so wie so Jalousien, die aber offen sind.

00:09:19: weil die klimatisch durchgängig so gut ist, dass man kein Fenster benötigt.

00:09:24: Was schon krass ist, weil als Deutscher, wenn ich morgens ausstehe, dann wird erst mal Stoß gelüftet und zwar die Gatzebude.

00:09:30: Also da muss ich sagen, hier der reiche Geschäftsmann und A B Sader, nicht nur Stoßen, auch Stoß Lüften.

00:09:38: ist bei so einem Liebesmarathon wichtig.

00:09:40: Oh, das ist da.

00:09:41: Geh mich auf.

00:09:41: Die Regeln, Fäustchen drauf.

00:09:42: Nächste,

00:09:42: ja, bergst du schon, da ist die Kommi-Dent hier getriggert worden.

00:09:46: Nach neun Tagen endet der Liebesmarathon damit, dass Abisada dieses Tee-Haus oder Liebeshotel verlässt.

00:09:51: Sie geht zur Rezeption.

00:09:53: Bitte, aber das Personal, dass sie bitte ihren Begleiter nicht stören sollen, der würde nämlich noch schlafen.

00:10:00: Den hab ich fertig gemacht.

00:10:01: Der kann nicht mehr.

00:10:02: Er schläft

00:10:02: jetzt mal sechs Wochen wie so ein Bär im Bau, der kann nicht mehr.

00:10:05: Der ist durch.

00:10:06: Es vergehen dann Stunden und um fünfzehn Uhr wird aber eine der Bediensteten misstrauisch, weil wirklich gar nichts mehr aus dem Zimmer zu hören ist und sie schaut in das Zimmer.

00:10:14: Und ja, also für alle, die jetzt gerade am Essen sind oder irgendwie, weiß ich nicht, den Joghurt im Mund schieben.

00:10:20: Und

00:10:20: jetzt haben wir so Witze drüber gemacht und noch gar die Ahren schon.

00:10:22: Ja,

00:10:23: totgebummst.

00:10:24: Er liegt auf dem Futon, also auf dem Boden und er ist, was ist Futon?

00:10:30: Ich muss zugeben, dass ich dich...

00:10:31: Futon, in Japan hast du ja oft gar keine Betten, sondern... Futon-Matratzen, die du auf die ... Das wär für dich nichts.

00:10:38: Für unsere Prinzessin auf der Erbse, Labilendorfer, der hätt schon wieder Nervenzusammenbruch.

00:10:43: Futon sind diese ... Futon.

00:10:45: Futon.

00:10:46: Futon sind diese ... Matratzen nenn ich's jetzt.

00:10:49: Aber

00:10:49: nur so Matten.

00:10:50: Die man klappen kann, genau.

00:10:52: Das wär wirklich nichts für mich.

00:10:54: Jedenfalls liegt er dort und ist tot.

00:10:56: Der Gürtel seines Kimonos, ein sog.

00:10:59: Obi, nennt sich dieser Gürtel, ist um seinen Hals geknotet, der Mann wurde erdrosselt.

00:11:05: Und als sie dann die Bedienstete in den Körper weiter untersucht, sieht sie, dass auch die Leiche des Mannes geschändet wurde.

00:11:12: Also in seinen linken Armen sind japanische Schriftzeichen geritzt und das ist der Name von Abe Sada, der dort steht.

00:11:21: Und auf dem Bettlaken steht in seinem eigenen getrockneten Blut die Nachricht allein zusammen.

00:11:28: Und dann bemerkt die Zaufe, ein alter Begriff, aber sagen wir mal Bedienstete.

00:11:33: Auch noch etwas, was sehr auffällig ist, nämlich die Genitalien, dass man das sind sauber abgetrennt worden und verschwunden.

00:11:42: Und da keine riesige Blutlache da ist, steht zur Vermutung, dass die Genitalien deutlich nach dem Tod abgetrennt wurden, weil wenn du jemanden das im lebendigen Zustand abschneidest, das ist ja so ziemlich das Stärk durch Bluteste, was wir haben, dann ist es ein unfassbarer Sauerei.

00:11:57: Wenn der Blutfluss aber erliegt, dann nicht mehr.

00:12:00: Ja, klingt erst mal heftig die Story, oder?

00:12:04: Ja, definitiv.

00:12:05: Was ist da in den neun Tagen passiert?

00:12:08: Wenn du ja eben gesagt hast, die schließen sich zu zweit ein und nun die bedient sind, also ich sag mal so, er ist tot, sie nicht, ich habe eine Vermutung.

00:12:18: Ja, also wer die Mörderin ist, ist in dem Fall zumindest jetzt nicht völlig unerklärlich.

00:12:23: Aber trotzdem, neun Tage Sexmarathon und er liegt mit abgeschnittenem Glied, da ist schon ein ungewöhnliches Setting für einen Ort.

00:12:32: Auch diese anderen Dinge, die ja fast so was von dem Ritual haben, dass er ihren Namen in den Unterarm geritzt hat.

00:12:40: Da fragt man sich natürlich auch, wann ist das passiert?

00:12:42: Hat sie das gemacht?

00:12:43: Hat er das selber gemacht?

00:12:45: In irgendeinem Sex-Drogenrausch oder so?

00:12:48: Dann das auf dem Bett lagen, was stand da alleine zusammen?

00:12:52: Genau, allein zusammen.

00:12:54: Und ihr Name in seinem Arm, was natürlich jetzt auch den Hinweis ... Es geht hier nicht so sehr um das Mysterium, was passiert ist.

00:13:03: Oder es geht nicht so sehr um das Mysterium, wer es getan hat.

00:13:06: Es geht eher um das Mysterium, warum das

00:13:08: passiert ist.

00:13:08: Und was wollen diese Sachen uns sagen?

00:13:11: Also warum haben diese verschiedenen Sachen stattgefunden?

00:13:13: Warum das in den Armen ritzen?

00:13:14: Warum das Bettlaken beschmieren?

00:13:17: Warum die Genitalien abtrennen?

00:13:19: Ich weiß nicht, sind die noch irgendwo anders?

00:13:20: oder sogar mitnehmen?

00:13:22: Das ist ja tatsächlich was, was häufiger passiert.

00:13:25: Also, dass sich Mörder auch eine Trophäe mitnehmen, der unter anderem ein Körperteil oder das unter anderem einen Körperteil sein kann, ne?

00:13:34: Ja, wobei das oft eher bei Serietmördern ist.

00:13:37: Und in diesem Fall ...

00:13:39: Ja, vielleicht legt sie erst los.

00:13:40: Ich weiß nicht, wir sind am Anfang der Folge, Basti.

00:13:42: Nachher

00:13:42: hat sie eine ganze Aldi-Tüte für Pimmel, die so durchgeht.

00:13:45: Basti.

00:13:47: Also wenn, würde ich sagen, dann muss es eher in ein Netto-Tüt.

00:13:52: Geht doch so netto.

00:13:53: Ich glaube, das Sinnvollste ist, wenn wir bei der zumindest proklamierten Mörderin beginnen, nämlich bei Abisada, die wurde in einer sehr wohlhabenden Familie geboren, von ihrer Mutter stark geliebt und musikalisch gefördert.

00:14:07: Allerdings zeigte sich schon sehr früh, es ist ja das frühe zwanzigjahrhundert in Japan, das ist eine... nicht nur in der Familie vorherrschende, sondern auch kulturelle Doppelmoral gab.

00:14:17: Männer durften zu der Zeit so ziemlich alles.

00:14:20: Frauen wurden sehr stark kontrolliert, wurden sehr stark unterdrückt.

00:14:25: Den Begriff kann man nicht anders wählen.

00:14:27: Das war ich bei ihr zum Beispiel, dass ihr Bruder, der so etwas wie ein Stadtbekannter Säufer trunken wollte und Schläger war, nie bestraft worden ist von den Eltern, sondern eigentlich sogar unterstützt wurde.

00:14:37: Der tolle Sohn.

00:14:38: Genau.

00:14:39: Und seine ihre Schwester.

00:14:42: die entgegen der familien tradition sagen wir mal mit den eltern nicht abgesprochene dates gehabt hat mit männern.

00:14:51: die wurde von den eltern als strafe ins bordell verkauft was schon aus heutiger sicht eine sehr ... dramatische und schwer vorstellbarer Vorgang ist.

00:15:02: Als Bestrafung.

00:15:03: Als Bestrafung.

00:15:04: Oder

00:15:04: vielleicht auch, wenn man dadurch Geld, obwohl du hast gesagt, die waren wohlhabend.

00:15:07: Das heißt, das Geld brauchten die nicht.

00:15:08: Es war nicht das Geld, der Impuls, sondern es war wirklich ... ... ja, es ging darum, ja, eine Elektion zu lernen.

00:15:18: Und ich finde, das als, also kann man sagen mal aus einer modernen europäisch Perspektive im Jahr ... ... im Jahr zwanzig, fünfzwanzig nicht nachvollziehen, was für eine Art von ... was für eine Lektion man daraus lernen soll.

00:15:30: Aber das, was feststeht, ist auf jeden Fall, es gibt ein Regelbuch für Männer und es gibt ein Regelbuch für Frauen und diese unterscheiden sich stark.

00:15:37: Abisada kommt zwar aus einer wohl situierten Familie, war aber in der Schule nicht gut, sehr rebellisch, faul.

00:15:44: und mit fünfzehn Jahren passiert dann endgültig was, was sie sehr stark außer Bahn wirft.

00:15:50: Sie wird nämlich von einem Bekannten, einem Mitschulenden oder Mitschüler von der eigenen Universität in einer Gasse vergewaltigt.

00:15:57: Und jetzt würde man natürlich denken, dass aus unserer moralischen Sicht sie ein Opfer ist.

00:16:05: Und das ist sie ja natürlich auch.

00:16:07: Aber im damaligen Japan ist es eher so, dass in den Augen der Gesellschaft sie nun als gefallene Frau gilt, weil sie normal entjungenfahrt ist, weil sie, da wird nicht gefragt, warum sie entjungenfahrt wurde, da wird nicht gefragt, was die Umstände für waren, ob das freiwillig war.

00:16:25: Aber für das, was dann folgt in dem Leben einer jungen Frau in den Zwanzigerjahren Japans, nämlich auf dem Heiratsmarkt, so gesehen weitergegeben zu werden.

00:16:34: und damals war es nun mal so, dass man tendenziell, wenn du aus einer wohlsituierte Familie kamst, deine Eltern sich bemüht haben, dass du in eine andere wohlsituierte Familie weiter vermittelt wirst und dann, so gesehen, den Sohn einer reichen Familie heiratest, aufgrund dieses... Vorkommen ist es der Vergewaltigung, ist es aber so, dass ihr Wert, eine Anführungszeichen auf dem einen Heiratsmarkt gleich null ist.

00:16:57: Das ist so schlimm.

00:16:58: Das ist ja so schon so grausam.

00:17:01: und dann aber noch alles, was sich daraus entwickelt, die ganzen Konsequenzen, die ja auch so unfair sind, weil man sie ja nicht ändern kann.

00:17:13: Kann man sich in der Art und Weise heute kaum noch vorstellen, dieses Denken.

00:17:17: Aber zu der damaligen Zeit war halt Heirat auch für eine Frau aus Gupenhause die einzige Sicherung für einen weiterhin gutes, wohltetürtes Leben.

00:17:27: Und wenn dir so etwas passiert ist, wurdest du halt gebrannt, Marc, als gefallene Frau und dann war das nicht mehr möglich.

00:17:34: Deswegen, ich weiß, Heiraten, viele große Fans heutzutage ja auch anders.

00:17:39: Früher war einfach Wirtschaft.

00:17:41: Früher hatte, also Heirat, Heirat hatte nichts mit Liebe zu tun.

00:17:47: Viel, also das ist ja interessant, dass eigentlich Heirat erst in den letzten siebzig Jahren überhaupt diesen Romantikfaktor, das ist der Romantikfaktor und der, wir lieben uns und wir haben uns gefunden, den ökonomischen und sociologischen Faktor überlagert hat.

00:18:06: Vorher war es, ich heirate, wer meiner Familie irgendwie nützt.

00:18:10: Mit Alter ist recht, aber auch in dieser Zeit in Japan war das noch so.

00:18:15: Und da würde ich die Frage gestellt, ob du den Mann liebst oder nicht.

00:18:18: Und trotzdem musst du mit der Person dann den Rest deines Lebens verbringen.

00:18:22: Und das ist ja aus heutiger Sicht, wo wir Tindern und Paar schippen und wo es immer um die Optimierung des bestmöglichen Partners geht und wo man sich dann schon trennt, weil der andere irgendwelche komischen Angewohnheiten hat.

00:18:34: Ein

00:18:35: Herbst zum Beispiel.

00:18:36: Meine Frau ist heute Morgen ausgezogen, als sie es gesehen hat und ich habe sie auch verstanden.

00:18:40: Wie

00:18:40: das Singel.

00:18:41: Nein, also, nee, aber mögen wir das mal als Luxus betrachten, dass uns diese Freiheit gegeben ist, dass wir unseren Partner aussuchen können.

00:18:50: Also meine Großeltern gehörten, die sind fünfundvierzig, haben die geheiratet.

00:18:54: Also klassische, am letzten Tag des Krieges, am achten Mai, fünfundvierzig.

00:18:59: Und die haben in so einem Neubaugebiet gewohnt.

00:19:02: Mit was damals für die Chemie-Arbeiter von Bayer gebaut wurde in den fünftiger Jahren.

00:19:07: Und es waren halt alles Paare zwischen zwanzig und dreißig, die dort Kinder aufgezogen haben, Häuser an Häuser in Häuser, kleinen Bjuden.

00:19:15: Und ich habe mit meinem Opa, bevor gestorben ist, auch offenbar darüber geredet und.

00:19:19: Die Hälfte der Leute, die dort waren, waren nicht aus Liebe dort verheiratet.

00:19:23: Das

00:19:24: klingt auch ein bisschen an der Legebatterie, bin ich ehrlich.

00:19:26: Ja, ein bisschen so war es.

00:19:27: Das waren die frühen fünftiger Jahre.

00:19:28: Aber meine Großelbe hatten das große Glück, dass sie wirklich verliebt waren.

00:19:32: bis zum Ende ihres Lebens glücklich miteinander waren.

00:19:35: Das galt aber für die Nachbarn.

00:19:36: Absoluter Ausnahme.

00:19:37: Das war eine absolute Ausnahme.

00:19:39: Und das ist auch ein Ideal, an dem ich mich heute noch orientiere, weil ich das so schön fand, dass meine Großeltern das für einander hatten.

00:19:45: Weil zum Beispiel meine anderen Großeltern das überhaupt nicht für einander hatten.

00:19:49: Gar nicht.

00:19:50: Da siehst du auch, wie das über die Jahre immer nur noch schlimmer wird.

00:19:54: Ja, klar.

00:19:55: Mit jemandem zusammen sein musste ich nicht abkann.

00:19:57: Das ist ja auch ein absolut schrecklicher Gedanke.

00:19:59: Jedenfalls ist es so, dass Abe Sabah durch das, was ihr passiert ist und auch die gesellschaftliche Verbandung, die sie dort erlebt, zu einer Art Rebellin wird.

00:20:08: Sie fängt an mit einer Bande von Kleinkriminellen abzuhängen.

00:20:12: Ach so.

00:20:13: Der stielt Geld von ihren Eltern, geht auf Partys, fängt an zu trinken, also alles Dinge.

00:20:19: Wir sprechen ja nun mal nicht von zweitausendfünfzwanzig, sondern von den dreißiger Jahren oder zwanzigerjahren Japan, für eine Frau absolut unschickbar war.

00:20:27: Du hattest mich bei Rebellin, weil ich dachte, jetzt kommt so Break Free und Freiheitsbewegung und so, aber das ist ja auch viel zu früh damals.

00:20:35: Entschuldige.

00:20:36: Die Eltern versuchen, das alles nochmal umzureißen und besorgen einen Job als Dienstmädchen bei einer reichen Familie, bei dem Abezada leben soll.

00:20:45: Aber es ist von vornherein so, dass das rebellische in ihr nicht mehr zu unterdrücken ist.

00:20:49: Und dass sich dann das Zimmer der Tochter des Hauses reinsteigt, die teuersten Kimonos der Tochter anzieht und den teuersten Schmuck anlegt und einfach feiern geht.

00:20:59: Also, man muss das in Relation setzen.

00:21:02: Das wäre heute schon nicht gesellschaftskonform.

00:21:04: Ja, damals war das krass.

00:21:06: Damals war das, das war wirklich krass.

00:21:08: Also, wir sprechen ja von der Gesellschaft, die von extremen kulturellen Standards geprägt ist, die von extremen ... Standesbewusstsein und von Moral, wie immer man diese Moral auch bewerten möchte, aber wir sprechen immer von der Gesellschaft, die ganz, ganz enge Regeln für Frauen setzt.

00:21:26: Und dann irgendwie im Schmuck und den Klamotten von jemand anderem feiern gehen, eine größere Ohrfeige kann es gar nicht geben.

00:21:32: Man muss sich vorstellen hier die ganzen Downton-Abbey-Fans und so auch.

00:21:36: Es spielt ja teilweise in der ähnlichen Zeit, zwanziger, dreißiger und so.

00:21:39: Wenn da einer von dem bediensteten, sie einfach ein Kleid von der feinen Lady angezogen hätte und auf ein Tanz gegangen wäre, das wäre ja auch eine Katastrophe gewesen.

00:21:49: Genau, das wäre undenkbar gewesen.

00:21:51: Und die Polizei erwischt sie natürlich, sie wird angezeigt und gefeuert.

00:21:59: aus ihrem Job bei dieser Familie und dann greifen ihre Eltern letztlich zu dem letzten Mittel, was auch schon bei Abisadas älterer Schwester passiert ist, sie verkaufen die eigene Tochter.

00:22:09: Kannst du dir das vorstellen, was das bedeutet?

00:22:11: Ich mein, stell mal vor deinen Eltern und gesagt, wir verkaufen dich jetzt als Strafe.

00:22:15: Haben Sie ja mit der Schwester zuvor auch schon getan, hast du eben gesagt.

00:22:18: Genau.

00:22:19: Deswegen, die wirkten mir jetzt nicht so, wie ich mir jetzt die liebenen Eltern vorstelle, ist ... ja.

00:22:29: Vielleicht war das damals auch noch anders üblich.

00:22:31: Ich weiß es nicht, keine Ahnung.

00:22:33: Naja, es war schon eine extreme Maßnahme.

00:22:35: Also es war wohl möglich, heute wäre es ja gar nicht, wenn ich jetzt ein Kind hätte und die benimmt sich nicht, wo soll ich denn hingehen, das Kind zu verkaufen?

00:22:42: Also ich kann es vielleicht irgendwo aussetzen, aber selbst das wäre unter Strafe und auch berechtigt unter Strafe.

00:22:49: Im Jahr neunzehn, zwanzig war es das nicht.

00:22:51: Da wird Abisada mit siebzehn Jahren ... ... in ein Okia, ein Geschehaus in der Hafenstadt Yokohama verkauft.

00:22:59: Du warst ja mal in Japan.

00:23:01: Du warst ja auch mal

00:23:03: in Okia.

00:23:04: Nicht

00:23:04: in Japan.

00:23:04: Nee, nee, nee, aber du warst mal in Japan.

00:23:06: Ja, ich war ja schon zwei mal in Japan.

00:23:09: Hast du irgendwelche Wissen über Geschas?

00:23:11: Alles,

00:23:12: was die ... Als du eben auch gesagt hast ... Alles bei mir.

00:23:16: Ich bin richtig im Thema.

00:23:18: Ich bin richtig im Thema, also, A, weil ich schon in Japan war und ich das auch total spannend finde und, weil es damals, das muss so in den Zweitausenden an gewesen sein, gab es auch einen ganz tollen Film, der hieß die Geisha.

00:23:32: Den hab

00:23:32: ich nie gesehen.

00:23:33: Doch, der war toll, da waren so tolle Bilder, diese ganzen Bilder von Tokyo und Kyoto damals.

00:23:39: Und da ist die Geisha, oder es ist anders.

00:23:43: Bevor man Geisha wird, Geisha ist sozusagen das Endprodukt eines langen Vorgangs.

00:23:50: Geisha ist, glaube ich, auch so etwas wie eine Frau in der Kunst, die Dame der Künste, ist, glaube ich, die Übersetzung.

00:23:57: Und eigentlich sind Geishas, und zwar jetzt nicht im sexuellen Sinne, Unterhaltungsdamen.

00:24:03: Also die können ganz oft... Instrumente spielen, auch viele verschiedene.

00:24:07: Die können singen, einige können besonders gut tanzen.

00:24:10: Die können diese japanischen T-Zeremonien machen.

00:24:13: Und die sind eigentlich, werden die geladen, so ein bisschen wie ein Premium-Escort, aber wirklich ohne Sex.

00:24:20: Und da musst du wirklich lange hinausgebildet

00:24:22: werden.

00:24:24: Und du wirst in diesen Okias, in diesen Geyscherhäusern ausgebildet.

00:24:26: Und die nehmen die ganz jung auf, mit fünfzen oder so.

00:24:29: Und dann wirst du wirklich über ... fünf sechs sieben acht.

00:24:32: es ist wie ein studium was du da hast auch natürlich in gesellschaft unterhaltung konversation wirst du ausgebildet und du fängst glaube ich an und dann bist du eine.

00:24:42: Ja genau da fängst du

00:24:44: an

00:24:45: da siehst du noch so ein bisschen verpuppt und so putzig aus mit diesem weißen make-up und so und dann irgendwann wirst du halt offiziell eine gay schauen.

00:24:53: dann kann man.

00:24:55: auch dich für den Job bezahlen und ich weiß zumindest in diesem die Geisha Film.

00:24:58: Ich hab den echt voll oft geguckt.

00:25:00: Ich hab dir bestimmt schon drei, vier Mal gesehen mit Matsumomo, heißt nämlich die Obergeisha, die war schön.

00:25:05: Matsumomo, die Obergeisha.

00:25:07: Ja, die war die schönste.

00:25:09: Die war halt in der Okia die schönste Geisha und dann kam eine junge neue Geisha dazu und da kann man dann auch drauf bieten und dann kann man halt eben Zeit, T-Zeremonien mit Geishas verdienen und was da auch so ist.

00:25:21: Wenn du das damals warst, das war eine der wenigen Möglichkeiten für Frauen einen Job zu haben, mit dem sie sich selber finanzieren können.

00:25:27: Weil du warst dann irgendwann, wenn du dich selber, konntest du ja deine Kunden aussuchen, deine Jobs, wenn du dich da selber installiert hast als Geyser, war das eine der wenigen Jobs in der damaligen Zeit, wo du selbstständig arbeiten konntest und gut verdient hast.

00:25:41: Ja, wir sprechen ja von der patriarchalisch geprägten Kultur und... Da überhaupt einen Job zu haben, als Frau, mit dem du als Alleinverdienerin dich über Wasser halten kannst und auch ansehen genießt.

00:25:56: Die Geschirrs werden ja nicht als Prostituierte oder sowas gesehen, sondern es ist ein sehr respektabler Beruf, der gesellschaftlich sehr hochgestellt ist.

00:26:04: Ja, man sieht den das ja auch an.

00:26:05: Also die haben auch wahnsinnig teure Kleider und also Gewände, Kimonos und so weiter.

00:26:10: Also die, so wie ich das gelesen habe, ist es sogar so, dass diese Rookierhaus ist.

00:26:17: Ähm... ... sagen wir mal unterschiedliche Klassen repräsentieren.

00:26:21: Also wenn du in einem so ähnlich wie wenn du in Harvard oder in Yale warst, wenn du in einem guten Okia-Haus warst, ... ... dann bist du auch gleich eine höher gestellte Geschanach ... ... oder eine höher gegische Maiko.

00:26:31: Gryffindor!

00:26:32: Gryffindor, ein bisschen so, genau.

00:26:33: Und du kannst dementsprechend mehr Geld verdienen.

00:26:36: Aber das muss man jetzt dazu sagen, ab wie du es eben ja auch schon dachte, ... ... es ist eine Art Escort-Service oder Begleitungs-Service, Unterhaltungs-Service.

00:26:45: Sexuelle Dienstleistungen sind darin aber nicht enthalten.

00:26:47: Und zumindest bei dem grundsätzlichen Bild der Gesche.

00:26:51: Ja, und da kommen wir natürlich jetzt auch schon wieder in so eine Grauzone, weil das ist auch die traurige Realität und Vergangenheit von Frauen in den Dreißigern und eigentlich noch heute.

00:27:01: Wenn du natürlich deine Dienstleistung anbietest und du bist dann in einem geschützten Alleinraum für eine T-Zeremonie mit einem Mann, schlimm gesagt, du bist nicht sicher, dein Körper ist nicht sicher, du kannst sexuelle Übergriffe.

00:27:19: schwer auch vermeiden in dem Kontext.

00:27:22: Also ich glaube, dass in dem Film wird es auch so dargestellt, ist schon schwierig, eine Geysche zu sein, weil du natürlich trotzdem auf die Gunst und das Geld von Männern angewiesen bist.

00:27:32: Und das geht bestimmt häufig schief.

00:27:36: Das glaube ich auch.

00:27:39: Unsere Geschichte geht weiter.

00:27:40: Abe Sada ist über ihren Verkauf gar nicht so unglücklich.

00:27:46: Weil sie das Ziel eine G-Shirt zu werden, eigentlich als etwas Positives sieht.

00:27:52: Sie trägt ab jetzt den Künstlernamen Tokoku.

00:27:56: Das begeutet Kind der Tugend.

00:28:00: Problem allerdings für ihre Karriere als Gescher genau ist, dass sie relativ spät dran ist, weil die meisten Mädchen seit ihrer frühen Kindheit auf diese Karriere vorbereitet werden und sie ist ja jetzt schon siebzehn Jahre alt zu dem Zeitpunkt und dementsprechend wird sie nie in die höchsten Klassen der Geschas vordringen.

00:28:21: Dementsprechend wenn du auch in einer niedigeren Okia war es, um diese Ausbildung zu machen, führt das dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du danach dann auch sexuelle Dienstleistungen anbieten musst, um dich über Wasser zu halten, höher ist.

00:28:36: Das heißt, die ganz hohen Entertainerinnen oder Frauen der Künste mussten keine sexuelle Dienstleistung anbieten, weil sie allein schon durch das, was sie, sagen wir mal, in diesen hochgestellten Okias gelernt haben, ausreichend Fähigkeiten hatten, ... um sich über Wasser zu halten oder sogar ein gutes Leben zu führen.

00:28:55: In The Geysher wird das auch einmal gezeigt, er erklärt ... ... dann die Ausbilderin ... ... der Maiko ... ... Maiko ... ... ich glaub Maiko ... ... erklärt sie dann auch so Dinge.

00:29:07: Es ist auch ganz spannend, weil ... ... wenn wir uns heute so ... angucken, wie Frauen sexualisiert werden.

00:29:12: Und sie erklärt ihr damals, wenn du den Tee eingießt, die lernen dann, sodass das besonders fließend aussieht.

00:29:19: Und dann darf der Mann, wenn du den Tee eingießt, dafür einen Blick auf deinen Handgelenk werfen, wenn du eingießt.

00:29:26: Und dann musst du den wieder runtermachen.

00:29:28: Oder, dass man mal die Knöchel zeigt.

00:29:30: Eine freie Fessel?

00:29:31: Guck mal.

00:29:31: Einfach

00:29:32: ... oi,

00:29:33: oi, oi.

00:29:37: Da koche ich aber schon hoch, wenn ich da die Augen schenke.

00:29:40: Aber

00:29:40: so war das früher.

00:29:41: Du bist so scheiße.

00:29:43: Nur als Fantasie für die, die

00:29:45: uns zur….

00:29:45: Seit du den Herbst hast, bist du richtig.

00:29:47: Nicht nur äußerlich, auch innerlich.

00:29:49: Innerlich am Verfahren.

00:29:52: Also.

00:29:55: Der kommt eigentlich von innen, dass hier außen nur so ein ganz Kerber innen sind.

00:29:58: Ich

00:29:58: bin auch innen drin, bewegte sich aus wie der Stranger Things Man.

00:30:01: Es ist so, sie muss aufgrund ihrer niedrigeren Stellung als Gescha dann sexuelle Forderungen der Kunden erfüllen und erkrankt, wir sprechen von Zeiten, als natürlich die Kenntnisse über Antibiotika etc.

00:30:14: noch sehr geringe, und zwar an Syphilis.

00:30:18: Und nach fünf Jahren als Gescha, mittlerweile ist sie zweiundzwanzig, trifft Abisada eine Entscheidung.

00:30:23: Wie verlässt die Welt der Geschas und er wirbt eine offizielle Lizenz als Prostituierte.

00:30:29: Wobei man sagen muss, dass das Leben als Prostituierte in einem Bordell natürlich noch härter ist, weil da fällt der gesamte kulturell inszenierte.

00:30:38: Lass mich mal auf der Handgelenk schauen und ich mache eine T-Zerminital weg und es kommt direkt zum äußersten.

00:30:44: Das belastet sie und sie flieht aus dem Bordell und reißt dann durch das ganze Land.

00:30:52: Sie arbeitet in illegalen Bordellen oder als Kellnerin und sie ist jetzt weitestens gehend eine Frau ohne Zuhause und ohne Identität.

00:31:04: Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer im Jahr neunzehnt vierunddreißig, das Abesala mittlerweile neunundzwanzig.

00:31:12: Nachdem sie jahrelang durch Japan getingelt ist und von einem illegal oder zumindest fraglichen Job zum nächsten gegangen ist, trifft sie einen Mann namens Goro Omija.

00:31:22: Der ist ein angesehener Professor und Bankier mit politischen Ambitionen und er ist nicht nur an Sex mit ihr interessiert, sondern er interessiert sich für sie als Person und es entwickelt sich eine Art Romance zwischen den beiden.

00:31:36: Allerdings ist es so... dass diese Romanze nicht unkompliziert ist.

00:31:41: Weil Goro Amia kommt aus höher gestellten sozialen Kreisen.

00:31:45: Sie ist Kellnerin in einem der Restaurants, in dem sie arbeitet.

00:31:49: Und eine öffentliche Affäre mit einer Kellnerin, wenn du selber Bankier und Universitätsprofessor bist, sehr unwahrscheinlich.

00:31:57: Und das wäre einfach ein politischer Skandal, den er nicht überleben würde.

00:32:03: Und dementsprechend bleibt diese Romanze mit Goro Amia immer unter dem Radar und wird nie öffentlich ausgelebt.

00:32:10: Trotzdem ist es so, dass Gohomiya Abesada sehr mag und ihr auch wirklich helfen möchte.

00:32:16: Er hat den Gedanken hier ein kleines Restaurant zu kaufen und sie dort zur Chefin zu machen.

00:32:21: Und um das überhaupt zu ermöglichen, besorgt er hier eine Lehrstelle in einem angesehenen Restaurant in Tokio, wo sie alles lernen soll, was in der Gastronomie wichtig ist.

00:32:31: Klingt ja eigentlich erst mal nach einem guten Ausweg.

00:32:33: Ja,

00:32:34: das finde ich schön, dass er Sie getroffen hat und gesehen hat im kompletten Sinne und ihr jetzt helfen möchte.

00:32:42: Das überhaupt noch mal ein Punkt kommt, an dem sie ein neues Leben oder ein Leben in der Legalität anfangen kann, ist in diesem Setting, in dem sich diese Frau befindet, sowieso schon eigentlich ein großes Glück.

00:32:55: Und es ist so, dass die Ausbildung in Tokio gut läuft, sie lernt viel, sie verdient in Ordnung und sie ist wirklich auf dem Weg, in ein stabiles bürgerliches Leben zu kommen.

00:33:05: Ihr Chef in diesem vornehmenden Ausbildungsbetrieb, in diesem Restaurant ist Ishida Kichiso.

00:33:11: Die meisten nennen ihn Kichi und er ist ein bekannter Küchenchef, hat sich in Tokio einen Namen gemacht, ein Lebewann verheiratet mit Kindern und das Restaurant wird ein Großteil der Zeit von seiner Frau geführt.

00:33:27: Die wird er die Zeit damit verbringt, den Kellnerinnen nachzustellen.

00:33:30: Wie gesagt, Lebermann.

00:33:32: Arbeitsteilung.

00:33:32: Arbeitsteilung,

00:33:33: genau.

00:33:33: Du guckst mal, dass genug Gäste reinkommen, während ich die Kellnerinnenbefingere.

00:33:37: Ich geh mal

00:33:38: an den Melonen.

00:33:39: Genau.

00:33:41: Und so kommt es natürlich auch, dass er auch Abisada belästigt im weitesten Sinne.

00:33:49: Er macht sich an sie ran, anzügliche Bemerkungen, er grabscht nach ihr, wenn sie vorbei geht.

00:33:55: Und er blitzt damit aber ab.

00:33:57: Nach einem Jahr, in dem sie dort als Auszubildende arbeitet, lockt er sie unter einem Vorwand in einem Nebenzimmer, dass dort noch ein Kunde warten würde.

00:34:07: Und dort wartet dann schon eine Gesche, die melancholischen Gesang darbietet, um die perfekte Stimmung für den Moment zu schaffen und dort küst er sie.

00:34:19: scheint uns jetzt wahrscheinlich unerklärlich aber sie erwidert den kurs.

00:34:24: also ich meine alles was ich gerade erzählt hat dort ja eher darauf hin dass ich von diesem mann abgestoßen fühlen müsste.

00:34:28: es ist allerdings auch das erste mal in ihrem leben dass sie einen kurs von jemandem bekommt der nicht ein geschäftliches interesse hat sondern der in wirklicher art und weise eine.

00:34:39: Leidenschaftliche romantische Beziehung zu ihr hat.

00:34:42: Ich

00:34:42: finde auch ein bisschen merkwürdig, dass man sagt, wenn man für den ersten Kuss, da kaufe ich noch jemand, der daneben bis hin eine

00:34:48: Hafe spielt.

00:34:48: Ist so ein bisschen, als wenn du noch so eine Mariachi-Kapelle daneben hast, so drei Typen im Sombrero, ja, ist wirklich etwas seltsam.

00:34:55: Also, wir sprechen von einer anderen Welt, wir sprechen von einer anderen Kultur, wir sprechen von Art.

00:35:00: Ja, ja, ja.

00:35:01: Aber trotzdem... finde ich den Gedanken, dass er sie ein Jahr lang befummelt und ihr nachstellt und sie dann einlädt in so ein Raum oder nicht einlädt und dann im Vorwand dahin lockt, sie dann küst und sie das nicht ablehnt.

00:35:14: Das ist alles etwas seltsam.

00:35:16: in der Nachbetracht und sie schlafen.

00:35:18: Ich würde jetzt hier auch an keiner Stelle von wahrscheinlich freiwillig und finde sie gut sprechen.

00:35:21: Das wissen wir aber ja jetzt noch nicht.

00:35:23: Sie haben dann sogar miteinander Sex.

00:35:25: Ich weiß nicht, ob die Gesche noch dabei geblieben ist.

00:35:27: Auf jeden Fall selbst aber Gedanke, dass man dann Nümmerchen schiebt, während die Gesche die Hafe rein und raus schiebt.

00:35:33: Und von A bis Sada wird das im Nachhinein als eine Explosion beschrieben, als der beste Sex ihres Lebens.

00:35:41: Und sie hat für sich jemanden gefunden, der sexuell so zu ihr passt, dass er sie ergänzt.

00:35:49: Die Affäre wird in dem Restaurant so eine Art offene Geheimnis.

00:35:54: Also sie nehmen irgendwann gar keine Rücksicht mehr und haben während der Arbeitszeit einfach Sex in dem Lebenraum, wo man sie auch hören kann.

00:36:01: Etwas schwierig vorstellbar, dass seine Frau dort arbeitet.

00:36:04: Also ich schieber kurz in die Küche und nagel die Kellnerin in der Besenkammer weg.

00:36:10: Ich kann dir das auch nicht, es ist im Nachhinein nicht wirklich erklärbar, aber wir sprachen ja von einer sehr patriarchalischen Gesellschaft, vielleicht war es auch einfach so, dass die Frau nichts zu melden hatte, selbst dann nicht.

00:36:21: Könnte ich mir auch vorstellen, ja leider ja.

00:36:25: Dieser ständigen Nervenkitzel von anderen erwischt zu werden ist irgendwann nicht mehr genug, sie verlagern dann ihre Treffen in die Liebeshotels oder die Teehäuser und bei diesem ersten Treffen in einem der Teehäuser, das ja dann irgendwann.

00:36:40: Also, bam, sehr spätere Treffen im Tote von Kitschi endet.

00:36:45: Sind sie wohl vier Tage und vier Nächte im Bett.

00:36:49: Ich kann dir ehrlich gesagt nicht mehr erklären, wie das möglich ist.

00:36:53: Also, ich bin ein alter Mann.

00:36:54: Ich bin froh, weißt du, wenn der alte Mann tut seine Pflicht, er hängt ihn rein.

00:36:57: Mehr kann er nicht, sagt mein Onkel Bernadet.

00:36:59: Das ist natürlich...

00:37:00: Hoffentlich lerne ich dir nicht kennen.

00:37:02: Also, dein

00:37:03: Papa kenne ich.

00:37:04: Du wirst

00:37:04: ihn lieben.

00:37:04: Das ist super.

00:37:05: Aber...

00:37:07: Vier Tage ist

00:37:08: schon eine Ansage.

00:37:09: Aber vier Tage ist für die beiden eher Vorspiel.

00:37:12: Ja, aber das ist das erste Mal.

00:37:15: Ich kann es mir ehrlich gesagt nur erklären, dass da dann entweder viel Alkohol oder viel Drogen

00:37:21: konnte.

00:37:21: Ja, das glaube ich nämlich auch.

00:37:22: Das war bestimmt so, genau, das war so ganzheitlicher Rausch.

00:37:27: Also ja, gab es damals schon Drogen?

00:37:29: Ich glaube...

00:37:30: Es gab Drogen in den, also Methamphetamin oder Meth, was wir heute kennen, ist das erste Mal in Japan synthesisiert worden und zwar Anfang der zwanziger Jahre in kristalliner Form und das wurde in den dreißiger Jahren sogar ganz normal in Apotheken verkauft und den Namen Philopon.

00:37:49: Das wurde nicht mal als Droge empfunden, sondern als Medikament.

00:37:53: Das ist ja in Deutschland, das nennt man ja noch, wie nennt man das Lanza-Schokolade und so.

00:37:57: Es gab es ja im Zweiten Weltkrieg auch, dass die Rheinweise Metaphin, Metaphin, ich kann es dir aussprechen.

00:38:03: Mit am Phetamin?

00:38:05: Metaphin,

00:38:05: Mess.

00:38:06: Ja, das viel besser.

00:38:07: Dass

00:38:07: die Soldaten größtenteils messdüchtig waren oder zumindest unter Einführungs- und Mess waren, auch Hitler war das.

00:38:16: Was man aber zu der Zeit gar nicht als in irgendeiner Weise illegal oder kriminell gesehen hat, sondern als normal, so wie wir heute eine Dose Red Bull aufmachen, da hat man sich halt Mess reingeblasen.

00:38:28: Da

00:38:28: hatten die auf jeden Fall auch im wahrsten Sinne Worte einem Tee.

00:38:32: Also

00:38:33: in Teehaus.

00:38:33: Da hatten

00:38:33: die auf jeden Fall einem Tee an ihren Treffen, da bin ich mir sicher.

00:38:38: Sie beginnen dann bei diesen Treffen im Tierhaus, ihre sexuellen Grenzen auszutesten, Fetische zu testen.

00:38:45: Ja.

00:38:45: Und unter anderem führt sie dann Kitchi im Fortlauf auch in die Welt der Asphyxie ein.

00:38:51: Asphyxie kennst

00:38:52: du?

00:38:52: Ich wusste, dass da Kings jetzt kommen.

00:38:54: Sonst kann ich mir diese neuen Tage nicht erklären.

00:38:57: Also, ich wusste, dass da irgendwie, dass da, wie du sagst, Fetische oder Kings, ich weiß nicht, wo, da gibt's ja verschiedene.

00:39:08: Vorlieben, da gibt's ja Abstufungen, dass da sowas auf jeden Fall dabei ist.

00:39:12: Ja, Asphyxie

00:39:15: ist

00:39:15: ... Können

00:39:16: wir übersetzen oder Choking?

00:39:17: Genau,

00:39:18: Choking ist also während des Orgasmus, dem Sexualpartner, die Sauerstoffzufuhr insoweit zu unterdrücken, dass es zu einer Erhöhung des Lustgewinnens kommt.

00:39:28: Allerdings, und das ist ja neurologisch, dass wenn man jemanden den Sauerstoffzufluß zum Gehirn abbindet, indem man ihn wirkt oder ... in irgendeiner Weise drosselt, halt große Gefahr mit In-Welt, dass man halt jemanden ermordet dabei oder versehentlich tötet.

00:39:45: Es gibt einige Beispiele aus der prominenten Welt, David Caradine, kann der Darsteller aus Kung-Fu, der später, also der Spätkarriere, den Bill in Kill Bill gespielt hat.

00:39:58: Ein sehr dünner, grauhaariger mit langen Haaren.

00:40:03: Typ ist gefunden worden in einem Hotel in Asien mit einem, ich glaube mit seiner Krawatte um den Hals bei der Masturbation gestorben, mit Anfang siebzig.

00:40:17: Das gleiche.

00:40:19: Er hat das selber gemacht?

00:40:21: Ja, er hat das selber gemacht, alleine.

00:40:23: Michael Hutchins, der Sänger von NXS, da wurde das auch lange Zeit berichtet, dass der bei der Asphyxie alleine in einem Hotelzimmer verstorben werde, wobei das mittlerweile ... zur Diskussion steht, dass es auch sein kann, dass ein bewusster Suizid davor war.

00:40:38: Es ist aber nie bewiesen worden, weil es halt keine anderen Zeugen gab und ... ... weil Michael Hartzschön sowieso schon ein sehr ... ... turbulentes Leben geführt

00:40:45: hat.

00:40:46: Also wir haben bei Eins-A-B-Wahre auch mal ... ... hat uns mal eine Hörerin geschrieben, die ist Lehrerin ... ... und die gibt auch Sexualkundeunterricht noch in ... ... Fünfter sechster Klasse.

00:40:56: Und tatsächlich ist das ein Thema, was die ... ... heutzutage unterrichten.

00:41:01: Weil das Sehen ja Kinder, also weil ja Kinder und Jugendliche heutzutage viel früher Zugriff auf pornografisches Material haben und auch auf extreme Kings oder Fetische, die da ausgelebt werden, über Internet und Handy und alles.

00:41:14: Und die erklären den Kindern da sehr genau, dass das sehr, sehr gefährlich ist, weil das sehr oft tödlich enden kann.

00:41:19: Also, dass man auch nicht ungefragt, bitte jemanden anfängt zu wügen.

00:41:22: Dass es auch nicht jeder geil findet, dass man das nicht, weil das scheinbar wirklich ... Ja, die sehen das und denken, okay, so muss es.

00:41:29: Und dann zack.

00:41:31: Es ist so, dass das in der Schule unterrichtet wird.

00:41:33: Also wirklich.

00:41:34: Das ist mal viel sinniger als eine Vektorechnung, sag ich ehrlich.

00:41:38: Absolut.

00:41:39: In Zukunft werden Kicks gelehrt.

00:41:40: In dem Fall ist es so, dass, wenn man das Gehirn in so einer Art Sauerstoff-Sparmodus verweigert, dass dann Adrenalin und Endorphine freigesetzt werden, dass halt ein Orgasmus intensiviert.

00:41:50: Problem ist, wenn du die Sauerstoff zuvor zum Gehirn zu lange unterbrechst, führt das halt unweigerlich entweder zum Tod oder zu Körperchen.

00:41:57: Behinderung oder Hirnschäden.

00:42:00: Und es ist wirklich lebensgefährlich.

00:42:04: Kitschi nennt das wohl den, im Schmerz liegt die Lust, also er ist großer Fan davon.

00:42:09: Und er macht das nicht aktiv, sondern er möchte das passiv erleben.

00:42:14: Also sie wirkt ihn so lange, bis er zu diesem Punkt kommt.

00:42:18: Und dieses gefährliche Spiel wird von den beiden in der fortlaufenden Zeit ihrer Romanze, so gesehen, jedes Mal betrieben.

00:42:25: Ja, da muss man, das ist jetzt ein komisches Wort, aber da muss man sich ja auch erst mal ran tasten.

00:42:31: Also, weil, wie gesagt, es gefährlich ist.

00:42:34: Es braucht ja auch ein Aufeinander einspielen.

00:42:37: Ja, absolut.

00:42:38: Deswegen die neuen Tage, will ich nur sagen.

00:42:40: Deswegen die neuen Tage.

00:42:40: Die haben da ein bisschen geübt.

00:42:42: Das Problem ist natürlich auch, dass diese Sexeskapaden, die die beiden da tagelang durch ... exerzieren.

00:42:49: Geld kosten, die Teehäuser etc.

00:42:51: Das kostet halt Geld.

00:42:53: Und dieses Geld muss ja irgendwo herkommen.

00:42:55: Kitschi

00:42:55: kann das in der Art und Weise nicht zur Verfügung stellen, auch weil seine Frau ihn wahrscheinlich auf die Finger klopfen würde.

00:43:02: Deshalb geht Abisada zurück zu Goro, dem Mann, der ihr die Ausbildung bezahlt und gleichzeitig das Restaurant in Zukunft kaufen wollte.

00:43:11: Der sie im Grunde

00:43:12: retten will wollte, rettet.

00:43:13: Ja.

00:43:13: Und der denkt natürlich, dass sie ja gerade in Tokio fleißig in ihrer Ausbildung ist und nicht in sechs Marathons mit einem der Marathonensex.

00:43:24: Marathonensex

00:43:25: hat.

00:43:26: Ultra Marathonensex.

00:43:27: Sie besucht ihn dann und spielt so die demütige Rolle der Auszubildenden und sie weint und erzählt, wie teuer das Leben in Tokio ist und dass es wirklich nicht leicht ist.

00:43:40: Und deswegen gibt er ihr noch mehr Geld.

00:43:43: Und ich meine, das ist ja schon ein ziemliches Indiz dafür, dass das Verhältnis zu Ishida Kichizu schwierig ist.

00:43:51: Also wenn jemand bereit ist, dann dafür schon jemand Anderen so auszunutzen, der irgendwie vertraut, das ist alles schon ganz schön mies.

00:43:59: Ja, das ist manipulativ.

00:44:01: jetzt, finde ich, tatsächlich.

00:44:03: Ja.

00:44:05: Mittlerweile sind es sechs Monate, in denen sich Abe Sada und Ishida Kichizu ihre Affäre hingeben.

00:44:12: Und jede Nacht, die Kitschi zu seiner Frau geht oder zurück zu seiner Familie, wird Abisada immer eifersüchtiger und immer besessener.

00:44:22: Am neunten Mai, neunzehnzechsunddreißig, geht sie ins Theater und schaut sich dort ein klassisches Kabuki-Stück an.

00:44:28: Sagt ihr Kabuki was?

00:44:29: Kabuki Theater?

00:44:30: natürlich, weiß ich auch.

00:44:32: Und weiß wie lange?

00:44:33: Sieben Stunden.

00:44:34: Was?

00:44:35: Sieben Stunden Kabuki Theater.

00:44:36: Ist das mit Figuren oder ist das mit?

00:44:39: Mit alles.

00:44:40: Es sind oft, also Kabuki geht den ganzen Tag, ich hab mich schon gewundert, warum die Leute alle so vier Plastiktüten hier damit schleppen, weil die Essen mit hatten, Kissen mit.

00:44:48: Manchmal legen die sie einfach mal eine Stunde hin.

00:44:51: Dann gibt's verschiedene Stücke, dann gibt's die fangen klein an.

00:44:54: Fünfzehn Minuten Stück, halbe Minuten Stück.

00:44:56: Ich werd bei fünfzehn Minuten schon raus.

00:44:58: Ja,

00:44:58: du schläfst ja auch immer sofort ein.

00:44:59: Ja, ja.

00:45:00: Basti ist ja schon mal bei der Podcastaufnahme eingeschlafen.

00:45:02: Eins beim Mal, ja, aber das kann man im Video ja sehen.

00:45:05: Fünfzehn Minuten, dreißig Minuten Stück, dann kommt man zwei ... Stundenstück kommt wieder.

00:45:10: Also sind viele verschiedene Stücke.

00:45:11: Hardcore auf die Lüße gehen, realistisch.

00:45:14: Und Kabuki Theater ist auch noch sehr traditionell.

00:45:16: Die Männer spielen die Frauenrollen, spielen nur Männer auf der Bühne, wie früher Shakespearean Times.

00:45:23: Da waren ja auch viele Männer, die dann Frauenrollen gespielt haben.

00:45:27: So ist das da auf jeden Fall auch.

00:45:28: Und es wird auch musiziert.

00:45:31: Also es passiert auch da sehr, sehr viel und alles auf einmal.

00:45:36: Es gibt ja diese verschiedenen Stücke.

00:45:38: Und es ist auf jeden Fall eine Tagesaktivität.

00:45:41: Und wie soll ich sagen?

00:45:43: Also, du musst es nicht nochmal machen.

00:45:45: Aber für einmal war es schön.

00:45:47: Ich würde es wahrscheinlich nicht mal einmal machen.

00:45:49: Aber das kann man ja jeder anders sehen.

00:45:52: Bei ihr ist es so, dass sie in diesem Stück, das sie sieht, Kabuki-Stücken, eins gibt, in der eine Szene vorkommt, in der Herr Gescher ihren untreuen Diebhaber auf Allversucht mit einem Messer angreift.

00:46:02: Dieser Gedanke lässt Abisada im Nachhinein nicht mehr los.

00:46:06: Zwei Tage später geht sie in einen Laden und kauft sich ein eigenes Messer, ein scharfes Küchenmesser.

00:46:12: Und bei den nächsten Treffen mit Kimchi, mitten in ihrem Liebespiel, zuckt sie bereits das Messer und bedroht ihn damit.

00:46:21: Das schrägere Rat ist, er hat keine Angst.

00:46:23: Nein,

00:46:23: er findet es gut.

00:46:24: Er

00:46:24: findet es auch noch gut.

00:46:25: Also, Kichi war auf jeden Fall ein relativ stranger Typ, vorsichtig formuliert.

00:46:30: Nee, stopp.

00:46:31: Wir machen hier keinen King-Shaming.

00:46:32: Kichi war einfach bds-ämmig für heute Verhältnisse.

00:46:36: Damals war das wahrscheinlich noch irgendwie düsterer oder so.

00:46:40: Der hat einen an der Rappe.

00:46:41: Am achten Mal checken sie doch, wenn mein Partner einen ungefragten Messer zückt, während wir Sex haben, würde ich doch mal drüber nachdenken, ob das eine gute Idee ist, dass das alles so läuft.

00:46:50: Aber ihr fand es ja geil.

00:46:52: Ja,

00:46:54: ja, ja.

00:46:54: Am achten Mal checken sie für ihren Liebesmarathon in das Masakitehaus ein.

00:47:00: Die nächsten neun Tage, die ich dir schon sagte, sind ein einziger Rausch aus Sake, Mess, Drogen, Sex, gefährlichen Würge spielen.

00:47:07: Und dann am siebzehnten Mai, am Abend des siebzehnten Mai, liegen sie nebeneinander und kommen wohl ins Reden.

00:47:16: Also dann kann man auch mal sich unterhalten, nach neun Tagen knackig.

00:47:20: Und Kichi erzählt ihm über seine Kinder und wie wichtig die ihm sind, wie sehr er sie liebt.

00:47:27: Und in dem Moment muss wohl in Abisada irgendeinen Schalter umgefallen sein, dass ihr bewusst wurde, dass sie niemals im Leben dieses Mannes als echte Partnerin stattfindet.

00:47:37: Er verlässt die Frau und die Kinder nicht.

00:47:39: Genau.

00:47:40: Und deshalb wartet sie bitte eingeschlafen ist.

00:47:43: Und um zwei Uhr morgens setzt sie sich am achtzehnten Mai aufrecht aus Bett, nimmt ihren Obi diesen seidenden Gürtel des Kimonos, legt ihn um seinen Hals und Trinkt noch einen Tiefenstück aus der Sakeflasche, um ihr Zittern zu beruhigen und zieht dann den Obi so fest zu, wie es nur geht.

00:48:02: Und... er drosselt.

00:48:05: Kitschi.

00:48:06: Final.

00:48:08: Und im Nachhinein in ihrer Vernehmung sagte sie, dass sie eine Art Klarheit in dem Moment spürte.

00:48:14: Und das halt alles, weil sie ihn offensichtlich niemals zu hundert Prozent bei sich haben konnte.

00:48:21: Also eigentlich fast eher eine Verlustangst oder eine Wut darüber, dass er...

00:48:25: Scheinlich eine Mischung aus allen.

00:48:28: Und was aus heutiger Sicht wirklich etwas seltsam wirkt, ist, dass sie sich dann, man will ja denken, sie hat gerade den Mord begannen.

00:48:37: Sie wird jetzt so schnell wie möglich den Tatort verlassen, aber sie legt sich dann neben ihnen, neben seinen noch wahren Körper und schläft ein.

00:48:44: Und schläft dann auch erst mal ein paar Stunden.

00:48:48: Das klingt ja erst mal wirklich unvorstellbar, oder?

00:48:53: Ja, aber in der Logik, du hast ja schon ... Vorher gesagt, dass sie irgendwie dieses, er gehört ihr nicht, sie will aber, dass er ihr gehört.

00:49:02: In diesem Moment, wo er jetzt tot ist, nicht mehr weg kann, da hat sie ihn jetzt das erste Mal ganz für sich allein.

00:49:09: Weil er, ich versuche mich nur in die verquere Logik ihres Kopfes einzufinden.

00:49:14: Und da würde das ja dann fast schon wieder Sinn machen.

00:49:17: Weil jetzt gehört er gerade in diesem Moment ihr Final.

00:49:20: Und den Moment will sie natürlich ausdehnen, genau.

00:49:24: Das ist wahrscheinlich auch die psychologische Begründung, warum sie das getan hat.

00:49:29: Nachdem sie dann aufwacht und realisiert, dass sie jetzt doch irgendwann gehen muss, weil natürlich irgendwann die Zofen kommen werden, der Raum wird gut achtet werden und man wird dann halt sehen, dass er dort tot liegt, entscheidet sich zu gehen, aber nicht bevor sie nicht noch ein Souvenir mitnimmt.

00:49:46: Das wissen wir ja schon vom Anfang.

00:49:48: Genau, sie nimmt das Küchenmesser heraus, kniebt sich über den Körper von Kichi und schneidet ihm dann Penis und Hoden ab.

00:49:55: Dann folgt noch ein Ritual.

00:49:58: Sie schreibt die Worte Sada und Kichi allein zusammen an die Wand und ritzt halt mit ihrem Messer den Namen Sada in seinen linken Arm.

00:50:10: Dann tut sie etwas, was aus heutiger Sicht immer noch sehr seltsam wird, weil es dafür nie eine richtige Begründung gab.

00:50:16: Sie zieht seine Unterwäsche an.

00:50:19: Wickelt die Abgetrenntnis in Italien in ein Stück Zeitungspapier und steckt das in ihre Handtasche.

00:50:24: Ich hatte dir erzählt, dass sie dann zur Rezeption gegangen ist, gesagt, dass nicht gestört werden soll und das T-House verlässt.

00:50:31: Sie verschwindet dann, wandert drei Tage wie in Entrans durch die Stadt Tokio.

00:50:36: Tokio war damals schon riesig, dementsprechend nicht mal eben aufzugreifen.

00:50:40: Und während sie das tut, macht aber die Tat ihre Runde.

00:50:44: Also relativ schnell gelangt das dann die Presse.

00:50:48: Dann steht es in der Zeit um Groteska Mord im Rotlichtviertel, blutige Schriftzeichen auf der Leiche, eine schöne Kellnerin, die nach der Liebestollerei mit ihrem Lover verschwunden ist.

00:51:00: Jedenfalls die ganze Stadt spricht über die mörderische Gescha und es gibt eine landesweite Verhandlung nach Abisada.

00:51:06: Ich sag mal so, wenn man jetzt natürlich auch an einem Tatort seinen eigenen Namen in die Leiche ritzt, da bist du auch nicht mehr wirklich in Kognito.

00:51:15: Es ist ja nicht wirklich... Ich kann dir nicht ehrlich sagen, warum sie das getan hat, also...

00:51:23: Warn,

00:51:24: oder?

00:51:24: Warn, Wahrscheinlich, ja.

00:51:26: Also, sie nicht war es auf jeden Fall nicht, um in irgendeiner Weise den Konsequenzen zu entfliehen.

00:51:32: Es gibt Hunderte von falschen Sichtungen, es brechen sogar teilweise Massenpaniken aus, weil man glaubt, sie gesehen zu haben und... Aber Sada genießt aber ihre Freiheit noch.

00:51:45: Sie geht ins Kino, sie geht einkaufen.

00:51:47: Sie besucht sogar Professor Goro, ihren ehemaligen Liebhaber und Förderer.

00:51:52: Sie erzählt ihm von dem Mord nichts und die beiden haben in der Nacht, wo sie ihn besucht, sogar noch Sex.

00:51:58: Und die ganze Zeit, während sie das tun, hat sie die Genitalien von Kitschi in ihrer Tasche noch bei sich.

00:52:05: Diese Kaltblütigkeit ist relativ schwer vorstellbar, ne?

00:52:10: Dass sie dann wieder zu Goro geht und alles.

00:52:13: Ich hatte jetzt ... ja.

00:52:17: Also?

00:52:18: Ja, natürlich.

00:52:20: Wahrscheinlich ist sie auch grade, wie du sagst, wie in einem Trance, gar nicht wirklich da, sondern funktioniert erst mal nur.

00:52:31: Weil ich glaube schon, es gibt ja Mörder, die morden aus Hass, aus Wut, aber in irgendeiner Form war es ja bei ihr eine ... sehr merkwürdige nicht falsch verstehen.

00:52:43: Das Wort ist auch nicht genau richtig, aber eine Beziehungstat.

00:52:46: Und sie hatte ja eine starke, wahrscheinlich viel zu starke emotionale Bindung in irgendeiner Form an den Kitschi.

00:52:53: Das ist ja das Skurrile da dran.

00:52:55: Du hast ja auch eingestiegen mit der Frage von Liebe.

00:52:59: Da sind wir ja wieder bei der Diskussion.

00:53:01: Und das ist natürlich dann, wenn du jemanden tötest, der dir eigentlich so viel bedeutet, dann kann ich mir schon vorstellen, dass man auch einfach in so einem ...

00:53:09: Tunnel ist.

00:53:09: Ja, genau, so ein Film fährt in so einem ... Also weggetreten ist.

00:53:13: Das wäre eine der Erklärungen dazu, wobei es mich irritiert, dass sie dann trotzdem noch Sex mit ihrem Förderer haben kann.

00:53:21: Aber gut, sie kommt aus einer Welt und aus einem Background, wo Sex ja auch irgendwie eine Art Ware ist und wo das vielleicht auch ein Stück weit dazu gehört.

00:53:31: Sie versteckt sich dann in einem Hotel im Westen Tokios und schreibt Abschiedsbriefe an ihre Freunde und sogar an Kitschies Frau.

00:53:39: Ich würde sich sicherlich freuen.

00:53:41: Und sie will sich halt das Leben nehmen innerhalb weniger Tage.

00:53:45: Allein in ihrem Hotelzimmer packt Abessa dann auch die abgetrennten Genitalien von Kitschi aus.

00:53:52: Und jetzt wird es ein bisschen bildlich für alle, die auch so was nicht stehen, Minute vor spulen.

00:53:57: Sie versucht dann auch mit diesen abgetrennten Genitalien noch Sex zu haben.

00:54:02: Und das ist wirklich, da fällt hier nicht mehr viel ein.

00:54:04: Also da kann man natürlich von Obsession sprechen, nicht nur dass das organisch und physiologisch einfach unmöglich ist, weil hier kein Blutfuß mehr besteht und keine Erektion mehr möglich ist und so, aber da spricht man halt wirklich von, also ich kann ja jetzt wieder, es haben sich ja viele Zuhörer auch beschwert, dass ich mich immer küchensphiologisch aus dem Fenster lehne, weil ich ja überhaupt gar keine Ahnung habe, die Leute viel mehr Ahnung zu Hause haben, weil sie das ja nicht studiert haben und ich bin ja ein Idiot.

00:54:31: Aber da fällt mir jetzt auch als diplomierter Psychologe, der ein Idiot ist, nicht mehr viel zu einen, außer dass das einfach pure Obsession ist.

00:54:40: Da verlässt man ja, da geht es auch in den Bereich der sexuellen Perversion, wenn du versuchst, Sex mit einem toten Körperteil von jemandem zu haben.

00:54:53: weiß ich nicht, was man dazu sagen soll.

00:54:55: Es ist auf jeden Fall sehr, sehr seltsam.

00:54:57: Du schaust mich die ganze Zeit an, als wenn du kurz davor bist, ein präsbyterianisches Nonnengloss dazu gehst.

00:55:01: Alles gut?

00:55:02: Ja, ja, ist eine Info, die man mal verarbeiten muss.

00:55:05: Das Ding ist, damals gab es ja keine psychologischen Gutachten.

00:55:08: Das heißt, selbst wenn Sie sie jetzt finden sollten, ja, ich bin mal gespannt, wie es weitergeht da.

00:55:15: Sie

00:55:15: finden sie auf jeden Fall bei einer Routinekontrolle in dem Hotel, wird sie aufgegriffen, sie klopfen an ihre Tür und als die Beamten eintreten, hat sie keine Panik oder reagiert mit Aggressionen, sondern extrem ruhig und gefasst.

00:55:30: und sie sagt dann auch, suchen sie mich nicht so förmlich, sie suchen doch Abisada, das bin ich.

00:55:36: Die Polizisten sind erst mal völlig unglaublich und können sich das alles gar nicht erklären, weil sie diese winzig kleine, unscheinbare Frau sehen und natürlich in den letzten Wochen durch die Zeitungsberichte etc.

00:55:47: das Bild eines unfassbaren Monsters aufgebaut wurde.

00:55:50: und jetzt... Ja, sehen sie nur diese sehr kleine ehemalige Geschefvorsicht, der sie gar nicht glauben, dass sie die echte Abisada ist.

00:55:59: Abisada beweist dann, dass sie die echte ist, indem sie aus ihrer Handtasche den, sagen wir mal, das ultimative Beweisstück rausholt, was die meisten Leute in ihrer Handtasche nicht haben.

00:56:11: Sie wird verhaftet und im Verhör ist Abisada komplett klar und geständig.

00:56:17: Sie zeigt auch keine Reue, sondern eher, sie stolz auf das, was sie getan hat.

00:56:23: Und als sie gefragt wird, warum sie das getan hat, gibt sie folgende Aussage, die ich jetzt einmal komplett vorlesen möchte.

00:56:32: Ich habe ihn, also Kitschi, so sehr geliebt.

00:56:34: Ich wollte ihn für mich ganz alleine, in etwa das, was du eben auch sagtest.

00:56:38: Aber da wir nicht Mann und Frau waren, hätte er, solange er lebte, von anderen Frauen umarmt werden können.

00:56:44: Ich wusste, wenn ich ihn töte, kann keine Frau ihn jemals wieder berühren.

00:56:49: Krass.

00:56:50: Also... Sexuelle Perversion, Besitzverhältnis, den anderen zu besitzen.

00:56:57: Da spielt schon sehr viel zusammen in dieser Tat.

00:57:01: Ja, ja.

00:57:03: Dann fragen sich die Ermittler, warum sie ausgerechnet die Genitalie mitgenommen hat, was ja eine berechtigte Frage ist.

00:57:09: Sie hätte ja auch ein Ohr mitnehmen können oder Finger oder sowas.

00:57:13: Aber die waren ja über die Sexualität so extrem verbunden.

00:57:16: Das klingt jetzt... Zynisch, aber wahrscheinlich ihr Lieblingskörperteil.

00:57:19: So

00:57:20: ist es auch.

00:57:20: Sie sagte, das war der wichtigste und liebste Teil von ihm.

00:57:24: Und da sie seinen Kopf oder seinen Körper ja nicht mitnehmen konnte, wollte sie den Teil mitnehmen, wo sie die lebhaftesten Erinnerungen dran hat.

00:57:31: Ich finde lebhafteste Erinnerungen für die, also da kann man fast nicht anders als mit Schmunzeln berichten, weil das ist ja nun wirklich etwas seltsam.

00:57:39: Natürlich durch diese Aussagen, die dann auch an die Presse irgendwie durchsickern.

00:57:43: Wir sprechen mal den Dreißigern, da gab es auch so viel Datenschutz noch nicht wie heute.

00:57:47: explodiert das Ding dann komplett.

00:57:51: Es geht durch alle Zeitungen, durch alle damaligen Medien, das sind natürlich als Killergescher und Sexmörderinnen durchs Dorf getrieben.

00:57:59: Sie hat auch ein bisschen das Pech, dass sie, sagen wir mal, dass das alles kurz vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs geschieht, wo... durch die militärische Zensur, etc.

00:58:08: Besonders solche, nennen wir es mal, Yellow Press Fakten, also wenn es um sexuelle Perversionen, Mord etc.

00:58:14: geht, noch mehr aufgebaut werden, weil die Leute sowieso in einer Unterdrückungssituation sind und das ja auch eine Art Ventil ist.

00:58:21: Ablenkungen und so was.

00:58:22: Ja.

00:58:22: Die Öffentlichkeit ist schockiert, aber auch fasziniert und sie wird innerhalb einer Nacht im Weißensel zur bekanntesten Frau in Japan.

00:58:30: Die Schlagzeile, die Killer Geyscher, ist natürlich auch einfach.

00:58:33: Klar.

00:58:36: Besonders Frauen entwickeln eine seltsame Sympathie für sie.

00:58:40: Sie sehen halt in Abisada keine kaltbültige Mörderin, sondern eine Frau, die in einer so extremen Liebe gehandelt hat, dass sie die Grenzen des Normaleins springen musste.

00:58:49: Und nee, es ist das jetzt wieder, wo jetzt wieder Leute sagen, auch wie romantisch.

00:58:53: Ja, ist schon

00:58:53: schön.

00:58:53: Happy Valentine's

00:58:54: Day.

00:58:54: Happy Valentine's Day, ich nehme den Pimmel, nehm ich in der Tüte mit.

00:58:59: Ne, das hatten wir schon bei anderen Fällen.

00:59:00: Wir hatten das ja auch bei Karl von Kosel, unser allererster.

00:59:03: Frenzencrimefall verliebt in eine Leiche, wo ja auch Leute gesagt haben, jetzt vereinfacht gesagt, oh, wie schön, dann hat er seine Frau, nachdem die verstorben ist, als Leiche noch bei sich zu Hause sitzen gab, sieben Jahre.

00:59:14: Das ist Liebe.

00:59:15: Ja, teilweise.

00:59:16: Ich habe gerade die Haftbefehle Doku gesehen.

00:59:19: Hast du die gesehen?

00:59:20: Erst angefangen.

00:59:21: Und wenn du die gesehen hast, da wird jetzt auch in ganz vielen Kreisen die Beziehung, die jetzt zu seiner Ehefrau Nina hat.

00:59:28: in irgendeinster Weise seltsam romantisiert, wo ich dann die ganze Zeit da saß und dachte, was ist denn daran romantisch?

00:59:34: Also diese Frau, er ist ein drogenabhängiges Wrack, dass sie zumindest vermutlich sehr häufig betrogen hat, dass sie wochenlang alleine lässt, dass ihre Bedürfnisse etc.

00:59:49: überhaupt mich interessiert und dann zwischendurch nach Hause kommt, um kurz Papa zu spielen und dann wieder auf Zoo zu gehen.

00:59:57: Die Frau bleibt bei ihm und das wird dann im Internet so romantisiert als wäre das eine Frau die zu ihrem Mann steht.

01:00:04: Aber wo man so denkt, nee, das ist für mich ein Abhängigkeitsverhältnis, was nicht geklärt ist und wo eine Koabhängigkeit entstanden ist, finanzieller, sexueller oder persönlicher Natur.

01:00:14: Aber das ist keine gesunde Beziehung, das ist eine tieftoxische Beziehung, die aufgeteilt wird, weil da jemand auf sich selber gar keinen Acht mehr gibt.

01:00:22: Dafür bin ich überhaupt nicht tief genug in dieser Doku drin.

01:00:24: Ich hab nur in den Anfang mal reingeguckt.

01:00:26: Das kann ich jetzt auf dem Fall bezogen gar nicht sagen.

01:00:29: Aber prinzipiell definiert jeder Liebe, Zuneigung und Beziehung anders.

01:00:36: Erst mal generell.

01:00:37: Ich weiß ja zum Beispiel, wir sind ja da auch total unterschiedlich.

01:00:42: Für dich ist die Qualität der Beziehung, wie viel Zeit man miteinander verbringt.

01:00:46: Und das ganz eng.

01:00:48: Nicht negativ gemeint, das ist meine Beobachtung von außen.

01:00:50: Ich trage meine Freundin zum Rucksack auf.

01:00:52: Na ja, doch.

01:00:53: Ihr verbringt unfassbar viel Zeit miteinander.

01:00:55: Ihr wohnt zusammen an

01:00:57: einem Ort.

01:00:57: Ich mag die

01:00:57: auch.

01:00:57: Die ist mit dir auf Tour.

01:00:59: Ihr verbringt viel Zeit miteinander und ihr seid ja auch sehr nah und sehr eng, selbst wenn wir hier im Keller sitzen.

01:01:05: Und sie ist im Grunde oben, schreibt ihr euch ein Herzchen hin und her.

01:01:08: Obwohl ihr schon mehrere Jahre seht.

01:01:10: Da ist ganz viel, ich sag mal, näher.

01:01:13: Nähe, Zeit, sowas.

01:01:15: Und darüber definierst du auch, das weiß ich auch, dafür kenn ich dich schon seit zehn Jahren, Schatze.

01:01:20: Darüber definierst du auch die Qualität deiner Beziehung, das ist, was du dir wünschst und das ist, was zum Beispiel deine Partnerin sich ja auch wünscht.

01:01:25: Deswegen passt das ja gut zusammen.

01:01:27: Also wir sind eng.

01:01:28: Aber sie hat meinen Glied jetzt gerade im Fisch.

01:01:30: Ich glaub schon, dass sie

01:01:31: die hier an den Eiern hat.

01:01:35: Die bleiben immer noch hier in dem Haus.

01:01:37: Wenn eine Kartoffel eine Latina hat, die hat den auf jeden Fall an den Eiern, dann gar keine Frage.

01:01:42: Sie

01:01:42: ist weniger klassischer Latina als man denken würde.

01:01:44: Aber ja, absolut.

01:01:47: Jeder hat ein verschiedenes Beziehungsmodell.

01:01:50: Da ist ja jetzt hier, wir sprechen ja hier nicht mehr von einem King, wir sprechen hier nicht mehr von einer ... Sexuellen Besonderheit oder außerhalb der Reihe.

01:02:01: Wir sprechen hier am Ende von einem Gewaltmord, der mit einer sexuellen Perversion Obsession verbunden ist.

01:02:06: Der Mann, wenn du ihn jetzt im Nachhinein fragen könntest, würde sicherlich sagen, dass er nicht bevorzugt hat, dass sie ihn erwirkt in den... Aber

01:02:14: auch da gibt es ja, hast du ja eben auch gesagt, eine größere Community an Frauen, die das auch auf irgendeine sehr verkappte Art nachvollziehbar oder romantisch findet oder sagt, auch sie wollte ihn so nah bei sich haben.

01:02:26: Das stimmt.

01:02:26: Das

01:02:26: ist halt weird.

01:02:27: Ja, aber das ist ja das Gleiche mit Serienlördern, wo Frauen hinschreiben und sagen, ich möchte denen gerne daten.

01:02:34: Also da ist jemand, der hat mehrere Frauen vorgewaltigt, umgebracht.

01:02:39: Und dem schreibe ich jetzt ein Brief, um in dem mal zusammen.

01:02:43: Und das Interessante ist, das ist jetzt ein kleiner Exkurs, aber den können die Leute vielleicht mitgehen.

01:02:48: Da gibt es ja verschiedene psychologische Interpretationen zu.

01:02:50: Aber die Hauptinterpretation, warum Frauen zum Beispiel auch Schwerstraftäter stehen, ist das sehr oft diese Frauen sehr enttäuschende Erlebnisse gehabt haben, denen sie keine Kontrolle über den Partner hatten.

01:03:01: Der Partner ist fremdgegangen, sie betrogen, war nicht zu Hause, was auch immer hat sich um die Kinder nicht gekümmert.

01:03:06: Und es gibt ja nun mal keine... Es gibt keinen festeren Zugriff als zu jemanden, der in Death Row oder irgendwie auf ein hundert Jahre lebenslänglich ist.

01:03:16: Du weißt immer genau wo der ist, der geht auch nicht weg, der ist immer reichbar, der freut sich über jeden Anruf, den du machst, völlig egal was es ist.

01:03:22: Alles Green Flex.

01:03:23: Alles Green Flex.

01:03:25: Bis auf den Ray-Part ist er wirklich ein Top-Typ.

01:03:29: Ja, aber das klingt absurd.

01:03:30: Aber das ist nun mal so, ne?

01:03:33: Wir

01:03:33: lachen da jetzt drüber, ist ja ganz schlimm.

01:03:35: Aber ich glaube, ihr wisst das einzuordnen.

01:03:37: Wir sind Comedians, wir kompensieren, schockt mit Humor ist einfach so.

01:03:41: Ja, aber ich find's auch lustig.

01:03:43: Nein, wir haben das im Gefängnis auch gehabt.

01:03:46: Wir hatten damals auch mehrfach Mörder, wo dann die neue Partnerin zu Gast war.

01:03:51: Und dann denkt man so, boah.

01:03:54: Also, findest du wirklich keinen besseren, als diesen Mann, der solche Dinge getan hat, von denen ich dir garantieren darf, dass er auch in deinem Fall das tun würde, wenn ihr hier zusammen wären?

01:04:04: Doch, aber der will dann halt freitags mal mit den Jungs feiern gehen, da zieht kein Bock drauf, allein zu Hause zu sitzen und

01:04:09: sich so ordentlich zu machen.

01:04:10: Da muss man sich am Ende entscheiden, was man davon will.

01:04:13: Aber ich würde immer abraten, wobei ich natürlich auch vielen Straftätern Nur das beste Menschen.

01:04:18: Aber bei sexuellen Aschstofftättern, besonders als Gewalt gegen Frauen ist, ist es zumindest fraglich, warum eine Frau der nähe suchen sollte.

01:04:26: Abisaba wird unerklärlicherweise dann zu einer Art Symbol für die ungezähmte weibliche Leidenschaft in einer von Männern dominierten Welt im Japan der späten dreißiger Jahre.

01:04:36: Sie bekommt Tausende von Heuratsanträgen.

01:04:40: Zehntausende von Liebesbriefen von Männern aus ganz Japan.

01:04:43: Ach,

01:04:43: guck mal, spannend.

01:04:44: Und ihre expliziten Geständnisse werden nachher sogar als Buch veröffentlicht, zu einem absoluten Bestseller.

01:04:51: Jeder will am Ende wissen, das ist natürlich auch ein gewisses Skandal, Wut oder wie soll man sagen, eine eine, wie nennt man das?

01:05:00: Sensationslust.

01:05:01: Danke, eine Sensationslust.

01:05:03: Das Buch heißt The Aerotic Confessions of Arbisada.

01:05:06: Es wird von Also einige Jahre später veröffentlicht und ein absoluter Bestseller.

01:05:12: Sie ist aber mit dem Buch gar nicht einverstanden gewesen.

01:05:15: Also sie hat das Gefühl, dass sie dort als perverse Sadistin dargestellt wird und sie bringt dann sogar ihre eigene Autograph hier raus mit dem Namen Memoirs of Sada Abe.

01:05:27: Und dort erzählt sie ihre Seite der Geschichte und betont besonders, dass all das aus einer tiefen Liebe zu Kitschi entstanden ist.

01:05:37: Sie plädiert im Prozess, der dann folgt, selbst auf schuldig.

01:05:41: Ah, okay.

01:05:42: Also sie ist ja bewusst, dass das, was sie getan hat, falsch ist.

01:05:45: Da ist jetzt kein Strafunbewusstsein da.

01:05:49: Und die Staatsanwaltschaft fordert, erscheint aus heutiger Sicht eigentlich relativ ringt, zehn Jahre.

01:05:55: Sie selbst sagt, sie hofft auf die Todesstraße, um dann endlich mit Kitchi vereint zu sein.

01:06:02: Und der Richter verurteilt, dass sie endgültig zu sechs Jahren gefängnis erscheint.

01:06:08: Sechs,

01:06:08: okay.

01:06:09: Gut.

01:06:09: Für einen Mord.

01:06:11: Ja.

01:06:12: Und Leichenschändung.

01:06:14: Also ich meine, sie hat ja nicht nur den Mann ermordelt, sondern sie hat auch seine Leichenschändung, ist aber so ein seltsamer Begriff, aber sie hat seine Leiche geschändet, ja.

01:06:22: Ja, gerade wenn man gläubig ist und sowas passiert mit dem Körper, das ist, glaube ich, dann auch gerade für die Angehörigen, allein dass die das wissen müssen, allein die Vorstellung.

01:06:33: macht das für die einfach alles auch noch viel, viel schlimmer.

01:06:35: Der

01:06:35: Richter sagt dem Nachhinein aus, dass er dieses Urteil gefällt hat aufgrund der aufrichtigen Reue von Abel Sader und weil es ein extremes Mitgefühl in der Öffentlichkeit gegeben hätte, ist aus heutiger Sicht auch schwer begründbar.

01:06:49: Ich wollte

01:06:49: auch gerade sagen, was das denn für ein Argument?

01:06:51: Ja, die Leute haben Mitleid, deswegen mache ich jetzt paar Jahre weniger.

01:06:56: Mach

01:06:56: doch deinen Job, Digga!

01:06:58: Wir sprechen von einem anderen Justizsystem, von einem anderen Welt, von einem anderen Moralkodex.

01:07:04: Sie wird nach fünf Jahren vorzeitig aus der Hafte entlassen.

01:07:07: aufgrund einer landesweiten Amnesty anlässlich des zweitausend sechsunternden Gründungsjubiläums des japanischen Kaiserreichs.

01:07:15: Finde ich auch, also ich finde eine Generalamnesty für Straftäter aufgrund eines Jubiläums auch seltsam.

01:07:20: Also so ein bisschen so wärmkane, weil jetzt lassen wir alle mörderfrei.

01:07:23: Das macht gar keinen Sinn.

01:07:25: Aber man hat das damals so gemacht.

01:07:28: Und ich meine, müssen wir nicht darüber reden.

01:07:30: Viel willkürlicher kann Justiz nicht sein, als Generalamnestin für irgendwelche Leute zu erstellen.

01:07:37: Aber Sada kommt mit thirty-six Jahren, also eigentlich noch als junge Frau ist im Gefängnis frei, dann wird es still um sie.

01:07:44: Sie versucht sich selbst neu zu erfinden und landet immer wieder mal mit ihrer Geschichte in den Starkzeilen und sie wird zu einem kulturellen Phänomen.

01:07:52: Ja,

01:07:52: das kann ich mir vorstellen.

01:07:54: Sie wird ein Symbol am Ende, auch für die Selbstbestimmung der Frau in Japan, was ich zumindest kritisch sehe.

01:08:02: Und es verbrennt dann sogar eine Bieterschlacht und den blutbefleckten Kimono, den sie getragen hat, auf dem die Blutflecken von Kitchi draus sind.

01:08:10: Die Leute pilgern zu den Teehäusern, wo die beiden ihre Sexmaratone gehabt haben.

01:08:16: Oh, nee, Origin ist ja mit mehreren Stimmen.

01:08:19: Also, es wären Zweifahrtsorte.

01:08:21: Das erscheint das heutige, als ich wirklich sehr seltsam.

01:08:24: Wie wird dann zu einer Art modernen Vorklorefigur, zu einer Doku-Fu, der Giftfrau?

01:08:31: Also, sie ist die Verkörperung der Giftfrau.

01:08:36: Wobei sie ja kein Gift verwendet hat.

01:08:38: Aber das ist ein Archetyp in der japanischen Mythologie.

01:08:42: Eine wunderschöne, tödliche Frau, die so gesehen Männer mit ihrer Sexualität verführt.

01:08:46: Dafür ist sie danach ein Symbol geworden.

01:08:48: Jessica Rabbit.

01:08:52: Mit giftiger Karotte.

01:08:54: Jessica Rabbit.

01:08:56: Ja, also ...

01:08:57: Die ist doch auch so, die verführt doch auch immer alle.

01:09:00: Das

01:09:01: ist aber völlig harmlos und liebt Roger.

01:09:03: Ja, da hast du den Film aber nicht zu Ende geguckt.

01:09:05: Am Ende hat die in der Hand Tasche aber die gehen Italien vom Hasen nach.

01:09:09: Ja, vielleicht.

01:09:10: Die hat seine Eier dabei.

01:09:12: Ähm, ja, also... Es ist schon irgendwie seltsam, dass die Frau zu so einer alten Folklorefigur wird.

01:09:19: Weil ich meine, am Ende ist sie eine Mörderin.

01:09:20: Also du wirst ja jetzt bei einem Mann, der eine Frau sexuell ermordet und verstümmelt hat, dann ihnen auch nicht dieses Forum einräumen.

01:09:29: Also ich finde, da ist eine seltsame Doppelmoralist.

01:09:32: Man kann es als einen gewissen Ausgleich für die wirklich sehr negative Stellung der Frauen der japanischen Gesellschaft damals sehen.

01:09:37: Also ich meine, die Frau hat schon viel durchgemacht.

01:09:40: Trotzdem ist es schon hart.

01:09:43: Es wird ja auch irgendwo in der Kindheit, in der Jugend dieses ... Es wird ja eine Begründung dafür geben, nach diesem Wunsch, wie der entstanden ist, jemand anderen vollends zu besitzen.

01:09:56: Jemand, der einen nicht verlassen kann.

01:09:58: Das war ja auch Jeffrey Damas Wunsch.

01:10:00: Der hat ja auch die Opfer lebendig bei sich behalten wollen.

01:10:04: Deswegen hat er die ja auch immer versucht, zu konservieren wie Zombies, weil er etwas ... ... bei sich nur für sich haben wollte.

01:10:12: Weil ihm das irgendwo in Kindheit und Jugend gefehlt hat.

01:10:14: Und wahrscheinlich ... ... hatte sie irgendwo damals so ein ähnliches Defizit.

01:10:19: Und daher ist überhaupt erst mal dieser Wunsch entstanden.

01:10:21: Ich glaube ja auch nicht, dass diese Idee mit dem Messer ... ... und das, was dann passiert ist, ... ... dass das immer alles so Snap-Momente waren.

01:10:28: Ich glaube eher, dass das schon sehr lange geschwählt hat.

01:10:31: So ... ... in der Psyche.

01:10:37: Es ist auf jeden Fall so ... Dass es sogar ein Theaterstück gibt, in dem sie mitspielt, wo sie so gesehen ihren eigenen Fall da bietet.

01:10:44: Das Leben einer Frau in der Show war ihrer und es wird noch absurder als der ganz große Hype, um sie abflaut.

01:10:50: Wird sie in einer Bar, in Tokio, zu einer Art lebenden Promiattraktion.

01:10:58: Also da ist es ihr Job einfach nur dort zu sein und zu einer gewissen Uhrzeit abends um zehn steht sie dann oben an einer Treppe, die runter in die Bar führt.

01:11:09: Start einfach nur in die Menge, dort stehen dann sehr viele, die Bars sind besetzt ausschließlich mit Männern, die Männer verstummen.

01:11:16: Sie staut mit einem starren Blick zu diesen Männern hin und alle Männer im Raum halten sich die Genitalien fest und kichern.

01:11:23: Das ist ja... Was?

01:11:24: Nicht komplett wahnsinnig ungrotesk, aber ja, es ist so eine Art, die so zu seiner Art eigenen Halloween-Attraktion geworden.

01:11:31: Also kann man sich... So als würde Jeffrey Dahmer jetzt im, weiß ich nicht, wie heißt das hier?

01:11:38: Buttrepper, Moviepark, Kirchellen rumlaufen und Leuten Löcher in den Kopf bohren.

01:11:42: Ja, einfach als Vertreter für die Makita, bei dir vor der Tür stehen.

01:11:49: Ja, ist auch merkwürdig.

01:11:51: Ja, es ist unvorstellbar.

01:11:53: Ganz skurril.

01:11:54: Was Enkelte aus ihr gewonnen ist, wissen wir nicht.

01:11:57: In den sechziger Jahren verschwindet sie mit sechsundsechzig Jahren.

01:12:02: Ihre Geschichte wird aber trotzdem unsterblich.

01:12:04: Der bekannteste Film, der über sie gedreht wurde, ist aus dem Jahr neunzehnt sechsten siebzig im Reich der Sinne.

01:12:12: Und der Film ist wirklich besonders für die siebzehr Jahre sehr explizit, weil dort nicht nur gestellter Film Sex gezeigt wird, sondern die Darsteller wirklich Sex miteinander haben.

01:12:23: Also ein Porno.

01:12:24: Im weitesten Sinne sowas wie so eine Art Trash Sex Porno.

01:12:29: Ja.

01:12:30: Der japanische Originator des Films ist Aino Korida, was übersetzt Stierkampf der Liebe bedeutet.

01:12:37: und wirklich interessant ist, dass ... der Titel dieses Films, Eino Currida, ... ... ne, ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne,

01:12:50: ... ... ne, ... ...

01:12:51: ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ...

01:12:52: ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ...

01:12:53: ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ...

01:12:58: ne, ... ... ne,

01:12:59: ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, ... ... ne, Und ja, was soll man dazu sagen?

01:13:12: Das ist das Ende der Geschichte von Abisada, einer Frau, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurde und am Ende durch ihre obsessive Liebe zu ihrem Geliebten zu einer Mörderin und zu einer Kulturekone wurde.

01:13:25: Und was am Ende komplett aus ihr geworden ist, wo sie gestorben ist, wie lange sie gelebt hat, das weiß niemand.

01:13:32: Sie hat das, also sie wird nicht mehr leben, sie wäre jetzt hundertzwanzig Jahre alt, aber sie hat das Mysterium mit ins Grab genommen.

01:13:38: Hoffentlich hat sie ihren Frieden gefunden.

01:13:40: Und ich gucke jetzt, ich weiß nicht, ob du das kennst.

01:13:42: In

01:13:42: deiner Handtasche.

01:13:43: Format von Vogue.

01:13:44: Genau, what's in your bag.

01:13:46: Da holen die immer Promis und dann schütten die so aus, was alles in ihrer Handtasche ist.

01:13:50: Ich gucke es jetzt mit anderen Augen.

01:13:51: Absolut.

01:13:51: Wenn da mal ein Pimmel rausfällt, dann weißt du, da war eine leidenschaftliche Liebhaberin dabei.

01:13:55: Liebe Fikis, das war unsere letzte Folge der ersten Staffel von Friends and Primes.

01:14:00: F-I-C.

01:14:02: F-I-C.

01:14:04: Es geht aber weiter nach einer kleinen Pause.

01:14:06: Wir gehen in eine kurze Pause.

01:14:07: Bis bald für euch wieder da.

01:14:09: Wann, wie, wo erfahrt ihr an dieser Stelle?

01:14:11: Genau.

01:14:12: Wir spielen's euch hier im Feed ein, sobald wir's wissen, und dann kommen ganz bald neue Folgen von uns.

01:14:16: Wir

01:14:16: müssen erst mal gucken, ob sie noch Bock haben auf uns.

01:14:19: Schreibt einfach ab ProDimo, wie geil wir sind, dass ihr uns liebt und dass ihr ohne weitere Folgen von Friends und Crime nicht leben

01:14:24: könnt.

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